19.12.2005

NACH & SCHLAG

Wikipedia zwei mit "Gütesiegel"

Nach der breit getretenen Diskussion über falsche Artikel in der Online-Enzyklopädie Wikipedia soll es in Zukunft auch eine unveränderbare Version des Nachschlagewerks geben.

Langfristig werde neben der "Live"-Version, die im Prinzip von jedermann bearbeitet werden kann, eine "feste" Wikipedia entstehen, kündigte der Gründer des Online-Lexikons, Jimmy Wales, in der "Financial Times" vom Montag an.

Die Fixversion werde so betreut, "dass wir Vertrauen in sie haben". Sie werde "wesentlicher Bestandteil" des Wikipedia-Internet-Auftritts sein.

Der Wikipedia-Macher reagiert mit der Ankündigung auf den Wirbel um einen falschen biografischen Eintrag zum Journalisten John Seigenthaler.

Nutzungsregeln verschärft

Der Autor des Artikels gab später an, er habe sich einen Scherz erlaubt. Die Affäre heizte die Diskussion an, dass das Online-Lexikon wegen seiner Offenheit leicht manipuliert werden kann.

Als Reaktion auf den Zwischenfall wurden die Nutzungsregelen jedoch verschärft: Wer einen Eintrag in der englischen Version von Wikipedia neu erstellen will, muss sich mittlerweile registrieren.

Nach einer gerade im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Untersuchung ist das Lexikon in der Regel fast so verlässlich wie eine herkömmliche Enzyklopädie. Dabei wurden jeweils 42 Artikel zu wissenschaftlichen Themen aus Wikipedia und der Encyclopaedia Britannica verglichen.

2001 gegründet

Wikipedia wurde 2001 gegründet und hat nur drei feste Mitarbeiter. Die Online-Enzyklopädie umfasst nach eigenen Angaben zwei Millionen Artikel in 200 Sprachen, die fast ausschließlich von Freiwilligen erstellt wurden.