Musikindustrie auch 2005 mit Umsatzminus
Das Jahr 2005 hat für die Musikindustrie viel versprechend begonnen: die CD-Verkäufe stiegen seit vier Jahren erstmals wieder, legale Downloads und Klingeltöne kurbelten das Geschäft an, illegale Tauschbörsen wurden sukzessive geschlossen.
Und dennoch hat all das nicht gereicht, Umsatzeinbußen zu verhindern. Vor allem die Verkäufe von CD-Alben sind stark zurückgegangen.
In den letzten zwölf Monaten sind die Umsätze mit CD-Alben um acht Prozent auf das Niveau von 2003 gesunken. Rechnet man Online-Downloads und Klingeltöne mit ein, so pendelt sich das Minus bei vier Prozent ein.
Rätselraten um Hintergründe
Die Hintergründe für den erneuten Rückgang sind nicht ganz klar.
Analysten streiten darüber, was schuld an den Einbußen ist. Die
einen schieben den Schwarzen Peter iPod & Co. zu, während die
anderen einen zu langsam expandierenden Online-Musikmarkt sehen.
Podcasts werden zum MassenmediumOnline-Musikmarkt boomt
Dieser wächst derzeit mit einer Rate von 150 Prozent pro Jahr, ist aber umsatzmäßig noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. So musste die Musikindustrie erkennen, dass noch keine Wunderlösung für ihr Grundproblem - ständig fallende Umsätze - existiert.
Der erhoffte Rückgang raubkopierter CDs durch die Einführung von Kopierschutzmechanismen blieb aus. Im Gegenteil - die Industrie muss sich mit Beschwerden von legitimen Kunden herumärgern, die ihre gekauften CDs nicht abspielen können. Und für Sony BMG wurde der Kopierschutz gar zum PR-Desaster.
Erfolgreiches Jahr für Universal
Drei der vier großen Labels haben ein anstrengendes Jahr hinter
sich. Warner Music musste seinen Börsengang vorbereiten, EMI erhielt
Druck von seinen Investoren, und Sony BMG war damit beschäftigt, den
Merger abzuarbeiten. Einzig Universal Music konnte seinen
Marktanteil ausbauen und auf ein sehr erfolgreiches Jahr
zurückblicken.
Musikindustrie weitet "Kampfzone" aus
