Windows XP für OLPC vorgestellt
Offizielle Partnerschaft Microsoft - OLPC
Microsoft und die Initiative One Laptop Per Child [OLPC] haben am Donnerstag in den USA eine Version von Windows XP vorgestellt, die auf dem OLPC-Lernlaptop XO läuft. Microsoft will mit OLPC zusammenarbeiten, um eine Version des XO auf den Markt zu bringen, die sowohl unter Linux als auch Windows laufen könne.
Microsoft werde auch dabei helfen, die Rechner bei Regierungen und NGOs zu bewerben, so die Mitteilung des Unternehmens.
Zucker für Windows
Nicholas Negroponte, Gründer der OLPC-Initiative, lässt sich mit der Aussage zitieren, dass seine Organisation mit Dritten zusammenarbeiten werde, um die Lernoberfläche "Sugar" auf Windows zu portieren. Ursprünglich sollte Linux das Betriebssystem auf dem XO sein.
Der Kooperation mit Microsoft war ein interner Streit über die Ausrichtung des OLPC-Projekts vorausgegangen. Mehrere wichtige Mitarbeiter, darunter Technikchefin Mary Lou Jepsen, hatten das Unternehmen verlassen. Jepsen hat mittlerweile eine eigene Firma namens Pixel Qi gegründet, die die Display-Technologie des XO vermarkten soll.
Kritik von der FSF
Richard Stallman, Gründer der Free Software Foundation, hatte im Vorfeld Negropontes Kooperation mit Microsoft scharf kritisiert, da proprietäre Software den Lernenden keine Einblicke in die Funktionsweise der Programme bieten könne.
Ein Feature des XO besteht darin, dass sich der Benutzer auf Knopfdruck den Quelltext des Systems und der laufenden Programme anzeigen lassen kann.
Für Microsoft ist es wiederum strategisch wichtig, dass die Kinder in Schwellenländern nicht mit Linux, sondern mit Windows eingeschult werden - nur in diesen Regionen kann das Unternehmen mit seinem Kernprodukt Windows noch signifikant wachsen.
Classmate mit Linux
Umgekehrt hat sich die Open-Source-Fraktion schon den von Intel und Microsoft als Anti-XO positionierten Classmate PC vorgenommen und sowohl Linux als auch die Lernoberfläche Sugar darauf zum Laufen gebracht, wie ein Test von ORF.at gezeigt hat.
