Virgin Mobile wartet auf höheres Gebot
Der britische Mobilfunkanbieter Virgin Mobile hat das Übernahmeangebot des britischen Kabelnetzbetreibers NTL abgelehnt. Das Offert von 817 Mio. Pfund [1,207 Mrd. Euro] oder 323 Pence je Aktie spiegle nicht den wahren Wert des Unternehmens wider, erklärte das Führungsgremium der Firma.
Virgin-Großaktionär Richard Branson gab sich dennoch optimistisch, dass sich beide Konzerne rasch auf die "NTL-Virgin-Ehe" verständigen.
Differenz von 25 Mio. Pfund
Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Angebot und den Virgin-Preisvorstellungen belaufe sich auf lediglich 25 Mio. Pfund.
"Ich gehe nicht davon aus, dass NTL die Sache wegen einer so relativ kleinen Summe scheitern lässt", sagte Branson der BBC. "Irgendwie werden sie sich einigen und zwar bald."
NTL will Virgin Mobile kaufenVirgin-Aktien zogen bis zum Mittag gegen den Londoner Markttrend um 0,4 Prozent auf 347 Pence an. Nach Bekanntwerden der Offerte waren die Titel am Montag bis auf 356 Pence gestiegen. Das signalisierte, dass Investoren mit einer Nachbesserung oder einem Gegenangebot rechneten.
Virgin Mobile - Investor RelationsAlles unter einem Dach
Mit dem Kauf des fünftgrößten britischen Mobilfunkers will NTL ein Unternehmen schaffen, das mit der Marke "Virgin" TV-Dienste, Internet-Zugang, Festnetz-Telefonanschlüsse und Mobilfunkdienste unter einem Dach anbietet.
Damit hätte NTL einen potenziellen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie der BT Group oder dem Satellitenbetreiber BSkyB.
Branson für Übernahme
Branson, der über seine Virgin Group 72 Prozent an dem Mobilfunkanbieter hält, sprach sich wiederholt für den Zusammenschluss aus.
Er ist bereit, seine Anteile in NTL-Aktien zu tauschen, wenn die Übernahme zu Stande kommt und wäre auch bei dem fusionierten Unternehmen mit einem Anteil von rund 14 Prozent voraussichtlich größter Einzelaktionär.
