06.12.2005

GERICHT

KaZaA sperrt sich für Australien

Der Betreiber Sharman Networks hätte laut einem Gerichtsbeschluss bis 5. Dezember einen Filter in seine Suche integrieren müssen, mit dem vorerst 3.000 Begriffe blockiert werden sollten.

Das ist allerdings nicht geschehen. Stattdessen sperrt sich KaZaA nun für australische Nutzer selber zu. Der "KaZaA Media Desktop" kann über australische IP-Adressen nicht mehr heruntergeladen werden. Weiters wird auf der Website in roten Lettern darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Software für Australier verboten ist.

Internet-Nutzer, die die Software bereits in Verwendung haben, sollen ebenfalls vor der Illegalität des Angebots gewarnt werden.

Musikindustrie ist sauer

Bei Nicht-Erfüllung der Auflagen, also des Einbaus eines Suchfilters, drohte das Gericht vor zehn Tagen mit der Stilllegung der Tauschbörse.

Eine Sprecherin von Sharman Networks sieht nun ebendiese Auflagen erfüllt, da auf diesem Weg kein Urheberrecht verletzt werden könne.

Die Betreiber wollen wahrscheinlich Zeit schinden, bis im Februar 2006 über den Einspruch von Sharman Networks gegen ein Gerichtsurteil vom September entschieden wird, wonach Sharman für die Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer belangt werden kann.

Musikindustrie "not amused"

Die Musikindustrie reagierte erwartungsgemäß nicht sehr erfreut. "Sie haben eine Chance bekommen, das Richtige zu tun, und diese vertan. Man kann ihnen einfach nicht trauen", so ARIA-Chef [Verband der australischen Musikindustrie] Stephen Peach.

Die Anwälte der Musikindustrie werden nun wohl vor Gericht Einspruch einlegen und eine Strafe für Sharman Networks fordern.