Internet-Immunsystem gegen Virenplage
Ein Heilmittel gegen Computerviren, das sich selbst wie ein solcher verbreitet, könnte das Internet gegen derartige Angriffe immunisieren. Zu diesem Schluss kommt eine mathematische Studie der Universität in Tel Aviv.
Herkömmliche Anti-Viren-Programme nutzen so genannte "Signaturen", um einen Virus zu erkennen und zu blockieren. Doch bevor das Gegenmittel gesendet werden kann, muss der Virus erst analysiert werden.
Entscheidender Zeitvorsprung
Durch diesen Zeitaufwand richten sich schnell verbreitende Viren meist enormen Schaden an, bevor sie schließlich gestoppt werden.
Nach Berechnung des israelischen Forschers Eran Shir könnte eine Art Immunsystem für Computernetze schon bald schädliche Computerviren frühzeitig blockieren.
Distributive ImmunizationSendet Virensignatur aus
Ein ganzer Verbund von Computern, so genannte Honeypots, soll weltweit gleichmäßig über das Internet verteilt werden. Diese Rechner fungieren als eine Art Wächter und haben die Aufgabe, Viren zu erkennen und zu bekämpfen.
Tappt ein Virus in die Falle und infiziert einen Wächter-PC, analysiert ihn sofort die dort installierte Virenschutzsoftware und gibt sogleich die Signatur des Schädlings weiter.
Schneller als der Virus
Die Wächter sind zu diesem Zweck über ein sicheres Netzwerk direkt miteinander verbunden. Jeder Honeypot-PC gibt die Abwehrmaßnahme wiederum an ein Netzwerk von Computern weiter, um breitflächigen Schutz zu ermöglichen.
Die Informationen zur Abwehr des Virus sollen sich so schneller verbreiten als dieses selbst.
Shir hat errechnet, dass schon 800.000 Honeypot-Rechner unter den insgesamt 200.000 Millionen Computern in den USA reichen würden, um die Ausbreitung des Virus auf 2.000 Maschinen einzudämmen.
University of Tel Aviv
