30.11.2005

ÜBERTRAG

Streit über Merkel-Domains

Ein Mannheimer Werbefachmann muss seine registrierte Domain bundeskanzlerin-merkel.de abgeben.

Das deutsche Bundespresseamt hat Holger Schmid beauftragt, die Domain bis Mittwoch abzugeben. Falls er dem nicht nachkomme, wolle das Amt eine einstweilige Verfügung beantragen. Schmid hatte die Adresse 2001 registriert.

Das Bundespresseamt verwies am Dienstag auf die Namensrechte: Merkel habe sowohl persönlichen Anspruch auf ihren Namen als auch auf die Bezeichnung "Bundeskanzlerin". "Die Domain verletzt diese Rechte", sagte eine Sprecherin des Amtes. Unter der strittigen Adresse ist derzeit lediglich eine Test-Seite zu finden.

Auch bundeskanzlerin.de ist "besetzt"

Erst im Oktober habe sich die Partei bei ihm gemeldet und klargestellt, dass es kein Treffen mit der Kanzlerin geben werde. Die Aufforderung, den Eintrag löschen zu lassen, habe er erst am Montag erhalten.

Merkel kann auch den Internet-Auftritt www.bundeskanzlerin.de nicht nutzen. Diese Adresse gehört zurzeit dem Berliner PR-Berater Lars Heitmüller. Der hatte sich die Domain bundeskanzlerin.de vor sieben Jahren gesichert, allerdings schon angekündigt, sie Merkel nach der Wahl zur ersten Kanzlerin Deutschlands zu schenken.

Der 30-Jährige setzt sich auf diese Weise dafür ein, dass "Gleichberechtigung in Deutschland Normalität" wird. Wann die Domain übertragen wird, ließ Heitmüller offen.