Radln mit der Brennstoffzelle
Die börsennotierte Masterflex AG, Hersteller von Spezialkunststoffen, liefert nun die ersten, serienmäßig hergestellten Fahrräder mit Brennstoffzellenantrieb.
Der 2004 erstmals vorgestellte Prototyp des Brennstoffzellenfahrrads wurde innerhalb eines Jahres zur Serienreife weiterentwickelt.
Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 werden die Gefährte für Touren im Ruhrgebiet angeboten werden. Die ersten Abnehmer sind Kommunen und gewerbliche Anwender, den Verkauf an Private geht man etwas später an. Die dafür nötige Auftank-Infrastruktur aufzubauen, lohnt sich erst ab einer Stückzahl von mindestens zehn.
In Bälde werden auch mit Brennstoffzellen angetriebene Drohnen die Lufträume unsicher machen.
Drohnen fliegen mit BrennstoffzellenAls Zweirad und Rikscha-Modell
Das Elektrofahrrad ist mit einem elektrischen Hilfsantrieb ausgestattet, den eine Masterflex-Brennstoffzelle mit Energie versorgt. 45 Gramm Wasserstoff, gespeichert in Metallhydriden, bewegen das Vehikel bis zu 120 kilometer weit.
Das entspricht einer fünffach höheren Reichweite im Vergleich zu herkömmlichen Akkulösungen, die Leistung beträgt 250 Watt.
Das gute Stück ist sowohl als herkömmliches Zweirad aber auch als eine Art von dreirädriger Lasten-Rikscha en miniature erhältlich.
Wasserstoff von der Tankstelle
Bei Masterflex gibt man sich zuversichtlich, dass in Zukunft auch Consumer-Geräte mit Brennstoffzellen versorgt werden könnten. "Dafür notwendig ist zuerst, dass jedermann die Möglichkeit hat in seiner Nähe an den Brennstoff zu kommen. Ich kann mit gut vorstellen, dass in einiger Zeit Wasserstoff-Kartuschen an Tankstellen oder anderen Geschäften genauso wie heute Gas-Kartuschen zu kaufen sind", so ein Sprecher.
Obwohl Konzerne wie Nokia die Brennstoffzellen-Technologie als noch nicht reif genug ansehen, sagen die Analysten von Deloitte dem auf Äthanol bzw. Methanol basierenden Akku-Ersatz einen deutlichen Aufschwung voraus.
Brennstoffzellen-Markt im AufwindBrennstoffzellen seit 2001
Hersteller Masterflex AG verdient gutes Geld mit High-Tech-Schlauchsystemen für die Industrie, vor allam im Bereich der Verarbeitung von Spezialkunststoffen, insbesondere von Polyurethan.
Seit 2001 entwickelt die Masterflex außerdem erfolgreich PEM-Brennstoffzellen [Proton Exchange Membrane] auf Wasserstoffbasis in kleinen Leistungsbereichen.
Seit Juni 2000 ist die Masterflex AG an der Frankfurter Börse gelistet. 2004 wurde ein Umsatz von 75,8 Mio. Euro und ein Vorsteuergewinn von 11,4 Mio. Euro erzielt.
Hinweis
Diese Story wurde in Zusammenarbeit mit den Studenten des
Jahrgangs 03 [Journalismus und Kommunikation] an der Fachhochschule
Joanneum in Graz erstellt.
Masterflex-Website
