25.11.2005

MASTERFLEX

Radln mit der Brennstoffzelle

Die börsennotierte Masterflex AG, Hersteller von Spezialkunststoffen, liefert nun die ersten, serienmäßig hergestellten Fahrräder mit Brennstoffzellenantrieb.

Der 2004 erstmals vorgestellte Prototyp des Brennstoffzellenfahrrads wurde innerhalb eines Jahres zur Serienreife weiterentwickelt.

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 werden die Gefährte für Touren im Ruhrgebiet angeboten werden. Die ersten Abnehmer sind Kommunen und gewerbliche Anwender, den Verkauf an Private geht man etwas später an. Die dafür nötige Auftank-Infrastruktur aufzubauen, lohnt sich erst ab einer Stückzahl von mindestens zehn.

Als Zweirad und Rikscha-Modell

Das Elektrofahrrad ist mit einem elektrischen Hilfsantrieb ausgestattet, den eine Masterflex-Brennstoffzelle mit Energie versorgt. 45 Gramm Wasserstoff, gespeichert in Metallhydriden, bewegen das Vehikel bis zu 120 kilometer weit.

Das entspricht einer fünffach höheren Reichweite im Vergleich zu herkömmlichen Akkulösungen, die Leistung beträgt 250 Watt.

Das gute Stück ist sowohl als herkömmliches Zweirad aber auch als eine Art von dreirädriger Lasten-Rikscha en miniature erhältlich.

Wasserstoff von der Tankstelle

Bei Masterflex gibt man sich zuversichtlich, dass in Zukunft auch Consumer-Geräte mit Brennstoffzellen versorgt werden könnten. "Dafür notwendig ist zuerst, dass jedermann die Möglichkeit hat in seiner Nähe an den Brennstoff zu kommen. Ich kann mit gut vorstellen, dass in einiger Zeit Wasserstoff-Kartuschen an Tankstellen oder anderen Geschäften genauso wie heute Gas-Kartuschen zu kaufen sind", so ein Sprecher.

Brennstoffzellen seit 2001

Hersteller Masterflex AG verdient gutes Geld mit High-Tech-Schlauchsystemen für die Industrie, vor allam im Bereich der Verarbeitung von Spezialkunststoffen, insbesondere von Polyurethan.

Seit 2001 entwickelt die Masterflex außerdem erfolgreich PEM-Brennstoffzellen [Proton Exchange Membrane] auf Wasserstoffbasis in kleinen Leistungsbereichen.

Seit Juni 2000 ist die Masterflex AG an der Frankfurter Börse gelistet. 2004 wurde ein Umsatz von 75,8 Mio. Euro und ein Vorsteuergewinn von 11,4 Mio. Euro erzielt.