Nachspiel für tunesische Zensur beim WSIS
Die Zensur der Rede des Schweizer Bundespräsidenten Samuel Schmid durch die tunesischen Behörden vergangene Woche auf dem Weltinformationsgipfel in Tunis hat nun ein diplomatisches Nachspiel.
In seiner Ansprache hatte Schmid die Menschenrechtssituation und die Gängelung der Presse in dem nordafrikanischen Land scharf kritisiert.
Die Rede wurde vom tunesischen Staatsfernsehen live übertragen, bei der kritischen Passage aber unterbrochen, zudem fiel im Kongresszentrum die Übersetzung aus.
Auch Frankreichs Wirtschaftsminister Thierry Breton hatte die tunesische Regierung wegen Unterdrückung der Informationsfreiheit kritisiert.
Zum Abschluss des Weltinformationsgipfels hatten Vertreter von 176 Ländern besseren Zugang zu Internet und Telefon für alle gefordert und zur Überbrückung der so genannten digitalen Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufgerufen.
Das war der Weltgipfel der InformationsgesellschaftEinreise verweigert
Der tunesische Botschafter in Bern wurde daraufhin am Donnerstag in das Außenministerium zitiert, wo ihm der offizielle Protest der Schweizer Regierung zur Kenntnis gebracht wurde.
Die UNO-Konferenz wurde vom Streit über die eingeschränkte Informationsfreiheit im Gastgeberland Tunesien überschattet.
Vor dem Gipfel waren französische Journalisten und ein belgisches Fernsehteam gewaltsam an Recherchen gehindert worden. Dem Generalsekretär von "Reporter ohne Grenzen" [RSF], Robert Menard, wurde die Einreise verweigert.
