Österreich und der israelische IT-Boom
Österreich will vom IT-Boom in Israel profitieren und führt Gespräche über mögliche Kooperationen.
20 heimische Firmen trafen sich am Dienstag in Tel Aviv bei einem Symposion mit israelischen IT-Firmen. Einige der rund 90 Kontakte seien sehr viel versprechend, sagte der Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich und Delegationsleiter Rudolf Trauner.
Für die Österreicher ist Israel das "Heilige Land der Software-Industrie". 2005 steht der israelische Markt neuerlich vor einem Umsatzrekord. Der Präsident des israelischen Softwareverbandes, Amiram Schore, spricht von zweistelligen Zuwachsraten und einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Laut Schore sind unter den 3.000 israelischen Betrieben auch 1.000 Jungunternehmer, die noch Partner suchen.
Militär interessiert an Sensorchips
Genau darin sieht Österreich eine Chance. Für die mit
Nanotechnologie produzierten organischen Sensorchips der Linzer
Nanoident Technologies AG zeigte etwa das israelische Militär
Interesse.
Handgelenks-Display für Israels SoldatenÖsterreich bietet Zugang zu Osteuropa
Israel sei ein "Silicon Valley der Automaten", schwärmte hingegen Siegfried Dattl von der Firma TAB Industrie- und Unterhaltungselektronik in Ansfelden bei Linz. Er hat in Tel Aviv einen israelischen Internet-Cafe-Betreiber kennen gelernt und sieht eine Chance. seine Spielautomaten in 150 Lokalen aufzustellen. Der mögliche künftige Geschäftspartner heißt bezeichnenderweise Spielmann.
Österreich könne Israel im Gegenzug den "Zugang zu Osteuropa" bieten, ist Thomas Streimelweger von der Wiener Firma S&T überzeugt. Er hofft in Israel mit seiner Sicherheitssoftware, die Geldwäsche verhindern soll, punkten zu können. Im Vorjahr haben laut Wirtschaftskammer 1.000 österreichische Firmen Waren im Wert von 143 Millionen Euro nach Israel ausgeführt. Das Importvolumen lag bei 81 Millionen Euro.
