21.11.2005

MATCH.COM

Online-Singlebörse des Betrugs angeklagt

Die Internet-Singlebörse muss sich nun möglichweise wegen Betrugs vor Gericht verantworten.

Die Plattform habe heimlich Lockvögel beschäftigt, die mit vorgespieltem Interesse die Nutzer dazu bringen sollten, ihr 30 Dollar [25 Euro] teures Monatsabonnement zu verlängern, hieß es in einer in Los Angeles eingereichten Klage gegen das Unternehmen.

Hinter den Erfolgsgeschichten von Match.com stecke ein "sehr großes und sehr schmutziges Geheimnis", so die Klageschrift.

Eine Frau, die er als mögliche Partnerin in der Singlebörse kennen lernte, habe ihm nach zahlreichen Verabredungen gestanden, dass sie für das Unternehmen arbeite, sagt der Kläger.

Sammelklage angestrebt

Laut Klageschrift erhielten die Lockvögel Zugang zum E-Mail-Verkehr von Nutzern, um sich mit deren Vorlieben und Eigenarten vertraut zu machen und Wesensverwandtschaft heucheln zu können.

Das Unternehmen habe jeweils kurz vor Auslaufen eines Monats-Abonnements gefälschte Nachrichten verschickt, mit denen Nutzern das Interesse eines anderen Mitglieds der Singlebörse vorgespielt wurde, hieß es.

Eine Sprecherin der Singlebörse wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und kündigte massive Gegenwehr an. Der Kläger hofft dagegen, dass sich weitere Geschädigte ihm für eine Sammelklage anschließen werden.

Auch gegen Yahoo wurde im Oktober eine ähnlich gelagerte Klage eingebracht. Der Internet-Dienstleister soll bei seinem Single-Service fiktive Anzeigen geschalten haben, damit der Eindruck entsteht, dass dort mehr Personen registriert sind.