16.11.2005

AM 7. 12

Sonnenaufgang für ".eu"-Domains

Für Internet-Adressen mit der Endung ".eu" beginnt am 7. Dezember die "Sunrise"-Periode, in der öffentliche Einrichtungen und Inhaber von Markenrechten die neue Kennung registrieren lassen können.

Firmen und bekannte Künstler sollen ab Februar zum Zuge kommen, wenn sie ein Anrecht auf ihre Wunschadresse nachweisen können. Um die Kontrolle solcher Internet-Adressen geht es auch bei dem Gipfel für Informationsfreiheit, der bis Freitag in Tunis stattfindet.

Bei den neuen Domains gilt: Haben mehrere Firmen oder Privatleute einen berechtigten Anspruch auf eine bestimmte .eu-Adresse, heißt es: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Spätestens ab April nächsten Jahres kann im Prinzip jede Adresse zugeteilt werden.

Gegen die "Cybersquatter"

Für Streitfälle hat EURid bereits ein Streitbeilegungsverfahren für 20 Amtssprachen ausgearbeitet. Damit soll der Domänen-Markt auch vor "Cybersquattern" geschützt werden - Spekulanten, die Domänen-Namen horten, um sie anschließend teuer zu verkaufen.

Die Europa-Adressen kosten dabei mehr als die Domains in Deutschland sind aber deutlich billiger als in Österreich. Während ein Verbraucher für seine .de-Adresse rund zwölf Euro Verwaltungsgebühren im Jahr berappen muss, sind es ein Österreich 30. Das erste Jahr schlägt mit 60 Euro zu Buche.

Dagagen dürfte sich der Preis für .eu-Domains bei 25 bis 30 Euro einpendeln.

Die Registrierung selbst ist für Privatleute grundsätzlich kostenlos. Firmen müssen da schon tiefer in die Tasche greifen: Maximilian Hoyer von der Berliner Premium EU-Domains, die Adressen für DAX-Konzerne verwaltet, berichtet, dass Firmen für die schnelle Registrierung ihres Namens bis zu 1.800 Euro auf den Tisch gelegt hätten.

Die Branche erwartet, dass zumindest ein Teil der europäischen Firmen, die wie 40 Millionen Unternehmen weltweit bisher nur über die Endung .com erreichbar waren, ebenfalls auf .eu umsteigen wird.