16.11.2005

AUSBAU

Versandhandel setzt auf E-Commerce

Im Kampf gegen die Umsatzflaute gilt E-Commerce unter Versandhandelsexperten als Hoffnungsträger der Branche.

Während immer weniger Kunden bereit sind, lange Abende in das Studium kiloschwerer Kataloge zu investieren, sollen nun Vertriebskanäle wie Online-Handel ganz gezielt unterschiedliche Käufergruppen ansprechen.

"Online-Handel ist der Weg zu künftigem Wachstum und Gewinn", ist sich auch KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff sicher und präsentiert ein neues Konzept für den Versandhandel als Sorgenkind des Essener Handelsriesen. "Den Leuten zwei Mal im Jahr einen dicken Katalog ins Haus zu liefern und zu erwarten, dass sie fleißig bestellen, das funktioniert nicht mehr."

Print-Katalog verliert an Bedeutung

"Man hat viel zu lange die Fahne des klassischen Print-Katalogs hochgehalten", kritisiert der Düsseldorfer Versandhandelsexperte Patrick Palombo. Zuwachsraten im Handel werde es künftig vor allem im E-Commerce geben, meint der Experte. Vorteile seien neben der Ansprache neuer Kunden auch die deutlich niedrigeren Kosten, die bei weniger als der Hälfte des klassischen Versandhandels lägen.

Nicht nur beim KarstadtQuelle-Konzern mit den beiden Dachmarken Quelle und Neckermann geht es dabei vor allem um die Zukunft des "Universalversands" mit seinem ebenso großen wie wenig spezialisierten Angebot. Noch immer bestreiten die herkömmlichen Universalversender etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes der deutschen Versandbranche von 20,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

4,9 Mrd. Euro Online-Umsatz in Deutschland

"Der Trend zum E-Commerce setzt sich fort", betont Hoffmann. Derzeit entfällt mit 4,9 Milliarden Euro knapp ein Viertel des deutschen Versandhandelsumsatzes auf diesen Bereich. Bei Spezialanbietern wie dem Hamburger Outdoor-Ausrüster Globetrotter liegt der E-Commerce-Anteil sogar schon bei über 70 Prozent.