Fujitaka

Zigarettenautomat zählt die Falten

runzeltest
12.05.2008

Um Minderjährige vom Kauf von Zigaretten auszuschließen, schätzen japanische Zigarettenautomaten das Alter der Nikotinhungrigen anhand von Falten, Krähenfüßen und Tränensäcken ein.

Junge und optisch jung gebliebene Nikotinhungrige könnten in Japan künftig vergeblich versuchen, ihre Zigaretten am Automaten zu kaufen.

Ein neues Gesichtserkennungssystem der Firma Fujitaka, das das Alter anhand optischer Alterserscheinungen schätzt, soll Nicht-Kaufberechtige vom Tschikerwerb ausschließen.

Die 570.000 Glimmstängelspender des Landes könnten mit Digitalkameras nachgerüstet werden, um bestimmte optische Charakteristika wie die Falten rund um die Augen und die Hautfestigkeit mit dem eines "Durchschnittserwachsenen" zu vergleichen.

In Japan ist man mit 20 Jahren volljährig, auch der Zigarettenkonsum ist erst ab diesem Alter gesetzlich erlaubt.

Drückt man den gelb umrandeten Knopf, macht das System ein Foto des Kunden und vergleicht dieses mit den gespeicherten Merkmalen von 100.000 Personen.

Das Gesichtserkennungssystem soll als Alternative zum bereits eingeführten Raucherpass "Taspo" [Abkürzung für "tobacco passport"], einem kostenlos erhältlichen Personalausweis mit Lichtbild in Kreditkartenform, installiert werden.

"Solange man das richtige Alter und das nötige Kleingeld hat, kann man auch mit der Gesichtserkennung weiterhin Zigaretten kaufen. Minderjährige hingegen können auch mit geborgten Ausweisen nicht an Zigaretten kommen," so Fujitaka-Sprecher Hajime Yamamoto.

Laut Angaben des Herstellers soll das Gesichtserkennungssystem das Alter in 90 Prozent aller Fälle zweifelsfrei richtig einschätzen.

Im Zweifelsfall der restlichen zehn Prozent von Minderjährigen, die älter aussehen, bzw. Erwachsenen mit "Babyface" verlangt das System einen Ausweis, den die Kamera ebenfalls lesen kann.

Seit Anfang 2007 müssen Raucher auch hierzulande ihr Alter am Zigarettenautomaten mittels Bankomatkarte nachweisen.

(Reuters)