14.11.2005

EU-VERFAHREN

Weißes Haus soll Microsoft helfen

Microsoft wirbt im EU-Kartellrechtsverfahren nach einem Medienbericht um Beistand im Weißen Haus und aus der US-Industrie.

Wie die "Financial Times" am Montag berichtete, haben sich Microsoft-Manager bereits mit Mitarbeitern des Weißen Hauses sowie des Justizministeriums getroffen und offen um Unterstützung in dem laufenden Verfahren gebeten. In einer breit angelegten Lobby-Kampagne soll der Softwarehersteller auch US-Firmen wie etwa ein großes Pharma-Unternehmen angeschrieben haben.

In dem Schreiben nennt Microsoft Namen und Telefonnummern von zwei Regierungsbeamten. Bei ihnen, so die Aufforderung, sollten sich die angeschriebenen Unternehmen für das Unterstützungsbegehren von Microsoft stark machen.

Kommission prüft Auflagen

Die EU-Kommission hatte Microsoft im März 2004 mit einem Bußgeld in der Rekordhöhe von 497 Millionen Euro bestraft sowie das Unternehmen mit einer Reihe von Auflagen etwa die Öffnung des Betriebssystems Windows für mehr Wettbewerb belegt.

Derzeit prüft die Kommission, ob Microsoft den Auflagen im Einzelnen nachgekommen ist. Das Unternehmen hatte sich zu weit reichenden Zugeständnissen bereit erklärt, allerdings gegen Details bei der verlangten Offenlegung von Informationen zu Software-Schnittstellen Klage eingereicht.