Die Zukunft des Microcomputing
Mit Hilfe von Nanotechnologie werden Systeme zum schrumpfen gebracht und mit Hilfe organischer Bausteine wird letztendlich auch der Roboter irgendwann zu einem ökologisch abbaubaren Produkt.
Vielleicht. Das werde die Zukunft zeigen, meint Jürgen Wolf vom Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration.
Arbeiten im Nanometerbereich ist in der Chipproduktion schon lange Alltag. Auch der nächste Schritt, rein in den atomaren Bereich, wurde bereits gesetzt, so Wolf. Für ihn ist klar, dass beim Transistor der Zukunft nur mehr Elektronen verschoben werden. Auch daran arbeitet man nicht erst seit gestern. Heute denkt man in der Mikroelektronik noch an Silizium, morgen vielleicht an Kohlenstoff.
Nanotube Single-Electron TransistorDas elektronische Getreidekorn "eGrain"
Am Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration ist man eigentlich bemüht realistisch zu bleiben. Schließlich arbeitet man für die Industrie. Auch liegt der Schwerpunkt dort nicht auf Systementwicklung, sondern Systemintegration.
Seit drei Jahren versucht man, ein Mikrosystem zu entwickeln, mit dem was der Markt zu bieten hat. "EGrain" nennt sich das Projekt, das im September präsentiert wurde: In einem Golfball verbirgt sich ein System, das aus einer kommerziellen Prozessoreinheit, einem Funkbaustein und einer eigenen Energieversorgung besteht.
In Schichten aufgebaut, misst dieses System derzeit noch einen Kubikzentimeter. Der Würfel im Golfball ist aber so robust, dass er selbst einen Abschlag von Tiger Woods überstehen würde.
"eGrain"Wunsch nach besseren Batterien
Derzeit analysiert man die Bedürfnisse der französischen Feuerwehr und die Sinnhaftigkeit des Einsatzes derartiger Mikrosysteme im Katastrophenfall.
Das größte Problem, so Jürgen Wolf, ist derzeit noch immer die Abstimmung zwischen dem Leistungsbedarf und der Größe. Und ja, wenn er sich was wünschen dürfte, dann kleinere, leistungsfähigere Batterien. Die bietet der Markt derzeit nämlich noch nicht.
Sonntag 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Microcomputing - Wie klein ist klein genug? Mariann Unterluggauer
hat sich, ausgestattet mit Lupe und Mikrofon, am Fraunhofer Institut
umgehört. Astrid Schwarz hat den EFF-Mitbegründer John Perry Barlow
vor's Mikrofon gebeten und bringt ein Porträt des Allrounders, der
zwar niemals Microsoftprodukte kaufen würde, aber seine Privatsphäre
für eine Fitness-Dokusoap preisgab.
Traummaße: 2x2x4 Millimeter
Matrix zum Download für Ö1-Clubmitglieder
