11.11.2005

PILOTPROJEKT

Schule testet elektronische Prüfungen

Nicht selten fühlen sich Schüler von ihren Lehrern bei Prüfungen unfair behandelt und glauben, dass andere bevorzugt werden. Dieses Problem soll nun dank eines neuen elektronischen Prüf- und Dokumentationssystems, das völlig objektive Prüfungen verspricht, der Vergangenheit angehören.

"QuestDoc" wurde in Zusammenarbeit von TÜV-Österreich und der HTL Donaustadt entwickelt und am Freitag in Wien präsentiert.

Das System ist Internet-basiert, für den Zugriff braucht man lediglich einen PC mit Netzzugang, einen Benutzernamen und ein Passwort. Der Lehrer beaufsichtigt die Prüfung, dem Schüler erhält nach der Absolvierung sofort ein Ergebnis.

Fragen-Pool zur Übung

Für das System muss ein möglichst großer Fragen-Pool generiert werden, etwa für eine bestimmte Schulstufe, ein bestimmtes Fach oder ein bestimmtes Thema.

"Sobald der Fragen-Pool existiert, können Schüler zu Übungszwecken darauf zurückgreifen", so die HTL-Lehrerin Anna Osterbauer.

Für die eigentliche Prüfung muss sich der Schüler dann unter Aufsicht begeben und erhält vom Computer, genauer vom beim TÜV stehenden Server, eine Zusammenstellung verschiedener Fragen gestellt.

Der Kandidat beantwortet sie - oder auch nicht - und erhält nach Ende der Prüfung sofort das Ergebnis in Punkten oder Prozent mitgeteilt.

Von Multiple Choice zu Textverständnis

Der Lehrer kann zwar von seinem PC aus den Verlauf der Prüfung verfolgen und auch Hilfestellungen geben. An der Auswahl der Fragen kann er aber nichts verändern. "Damit kann es nie einen Vorwurf geben, dass ein Pädagoge bestimmte Schüler bevorzugt", so Osterbauer.

Nach Ende der Prüfung wird ein Protokoll angelegt, das man nicht verändern kann, dies trägt weiter zur Objektivierung bei.

Derzeit ist das System auf exakte Antworten angewiesen, Multiple Choice, Zahlen oder Ähnliches. Es ist jedoch geplant, dass das System auch Texte versteht und bewertet. Inwieweit das Pilotprojekt an der HTL Donaustadt ausgeweitet wird, ist derzeit noch unklar.