11.11.2005

OPEN INVENTION

Ein Patente-Pool für Linux

Industrie-Schwergewichte wie IBM, Sony und Philips haben ein Unternehmen gegründet, das sich auf das Sammeln von Linux-relevanten Patenten konzentriert, um diese dann frei zugänglich zu machen.

Das Open Invention Network [OIN] ist ein Testballon, der bei Erfolg den Weg für weitere Patentverfahren weisen könnte. Die Idee hinter OIN ist, durch einen massiven Pool an Patenten derart wichtig zu werden, dass andere Patenteinhaber zwangsläufig darauf zurückgreifen müssen.

Der Clou dabei: Die Patente werden dann nicht getauscht oder verkauft, sondern können frei genutzt werden, wenn im Gegenzug zugesichert wird, dass die eigenen Patente nicht gegen Linux eingesetzt werden. Somit könnte ein gänzlich neues Modell entstehen, wie mit Patenten umgegangen wird.

Markt verdoppelt sich bis 2008

Die Verbreitung von Linux wurde in der Vergangenheit teilweise dadurch eingeschränkt, dass manche Unternehmen die Rechtesituation als zu unsicher einstuften und aus Angst vor möglichen Patentstreitigkeiten lieber Software von Unternehmen kauften, die alles aus einer Hand entwickeln. Ein gegenseitiger "Nichtangriffspakt" in punkto Patente könnte diese Situation entschärfen.

Der Linux-Markt wird immer wichtiger: In den nächsten Jahren soll er laut Marktforscher IDC durchschnittlich um 26 Prozent pro Jahr wachsen. Nach heuer 20 Milliarden Dollar Umsatz sollen im Jahr 2008 das Doppelte erreicht werden.