Ein Patente-Pool für Linux
Industrie-Schwergewichte wie IBM, Sony und Philips haben ein Unternehmen gegründet, das sich auf das Sammeln von Linux-relevanten Patenten konzentriert, um diese dann frei zugänglich zu machen.
Das Open Invention Network [OIN] ist ein Testballon, der bei Erfolg den Weg für weitere Patentverfahren weisen könnte. Die Idee hinter OIN ist, durch einen massiven Pool an Patenten derart wichtig zu werden, dass andere Patenteinhaber zwangsläufig darauf zurückgreifen müssen.
Der Clou dabei: Die Patente werden dann nicht getauscht oder verkauft, sondern können frei genutzt werden, wenn im Gegenzug zugesichert wird, dass die eigenen Patente nicht gegen Linux eingesetzt werden. Somit könnte ein gänzlich neues Modell entstehen, wie mit Patenten umgegangen wird.
"Es geht um die Zukunft von Linux"
Die Linux-Spezialisten Novell [SuSE] und Red Hat stehen ebenfalls
hinter dem Projekt. OIN-Chef ist Jerry Rosenthal, der frühere
IBM-Chef für geistiges Eigentum. Er ist mit einem großen Budget
ausgestattet, um Patente aufkaufen zu können. "Ich bin sehr
zuversichtlich, genug Budget zur Verfügung zu haben, um in der
nächsten Zukunft ein hochwertiges Patent-Portfolio
zusammenzukaufen", so Rosenthal. "Hier geht es um die Zukunft von
Linux."
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Die Verbreitung von Linux wurde in der Vergangenheit teilweise dadurch eingeschränkt, dass manche Unternehmen die Rechtesituation als zu unsicher einstuften und aus Angst vor möglichen Patentstreitigkeiten lieber Software von Unternehmen kauften, die alles aus einer Hand entwickeln. Ein gegenseitiger "Nichtangriffspakt" in punkto Patente könnte diese Situation entschärfen.
Der Linux-Markt wird immer wichtiger: In den nächsten Jahren soll er laut Marktforscher IDC durchschnittlich um 26 Prozent pro Jahr wachsen. Nach heuer 20 Milliarden Dollar Umsatz sollen im Jahr 2008 das Doppelte erreicht werden.
"Grünes Licht"
Eine Egalisierung des Patente-Dilemmas könnte die Wachstumsraten
weiter anheizen, meint etwa Richard Doherty, Consulter bei der
Envisioneering Group. "Das ist das grüne Licht, auf das die
Unternehmen gewartet haben."
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