Datenpanne in Schweizer Ministerium
Auf der Website eines Schweizer Ministeriums waren wochenlang vertrauliche Daten zum Schengen Informationssystem [SIS] abrufbar.
Das Schweizer Justiz- und Polizeiministerium [Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement - EJPD] publizierte ein Dokument mit vertraulichen Informationen zu Schengen auf seiner Website. EJPD-Sprecher Sascha Hardegger bestätigte Angaben der "SonntagsZeitung".
Es habe sich um ein Versehen gehandelt, sagte Hardegger am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Der Fehler sei im Bundesamt für Migration passiert. Das Dokument wurde Mitte April ins Internet gestellt und vor ein paar Tagen - als der Fehler bemerkt wurde - entfernt.
Vorfall "zur Kenntnis genommen"
Die Schweiz habe die EU umgehend über das Missgeschick informiert, sagte Hardegger. Die EU habe den Vorfall "zur Kenntnis genommen". Es gebe keinen Anlass für die Befürchtung, dass die versehentliche Veröffentlichung des Dokuments zu Verstimmungen zwischen der EU und der Schweiz führe.
Zum Inhalt des Dokuments wollte Hardegger nicht Stellung nehmen. Es handle sich um Daten, die nicht für die Veröffentlichung bestimmt seien. Nach Angaben der "SonntagsZeitung" handelt es sich um ein Dokument mit Ausführungen der Schweizer Bundesbehörden zur Umsetzung der Schengen-Vorschriften.
Detaillierte Beschreibungen
Das Dokument enthalte Angaben zum Betrieb des Schengener Informationssystem, schreibt die "SonntagsZeitung". Es seien Informationen veröffentlicht worden, die Kriminellen nützlich sein könnten, etwa detaillierte Beschreibungen zu den Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen sowie "detaillierte Angaben zum Kampf gegen Hehlerbanden, Drogenschmuggler und Schlepper".
(APA | sda)
