Iren nehmen Handy mit ins Grab
Das Mobiltelefon ist vielen Iren offensichtlich auch nach dem Tod lieb und teuer.
"Heutzutage geben viele Iren ihren verstorbenen Angehörigen ein Handy mit in den Sarg", berichtete der Bestattungsunternehmer Peter Flanagan am Montag in Dublin. Viele Menschen hätten Angst davor, lebendig begraben zu werden.
"Sie können mit der Außenwelt in Kontakt treten, wenn sie ihr Mobiltelefon dabei haben."
Kein Klingeln aus dem Sarg
Familien, die ihren Angehörigen statt eines Fotos oder eines Rings ein Handy in den Sarg legen wollten, würden angehalten, es auszuschalten oder den Vibrationsalarm einzustellen. "Denn man will ja schließlich bei einer Beerdigung kein Klingeln aus dem Sarg hören", sagte Flanagan.
Ein weiterer Bestattungsunternehmer vermutet, dass jungen Leuten die Handys in den Sarg gelegt werden, weil sie ein wichtiger Teil ihres Lebens gewesen seien. Das sei vor allem bei jungen Mädchen der Fall, sagte Keith Massey.
94 Prozent haben Mobiltelefon
"Einige bestehen darauf, dass das Telefon ausgeschaltet wird,
sodass der Akku nicht leer ist, wenn sie aufwachen und das Telefon
wieder einschalten." In Irland besitzen nach Angaben der
Telekommunikationsbehörde 94 Prozent der knapp vier Millionen
Einwohner ein Mobiltelefon.
Handy-Telefonieren bis ins Grab
