Wie WLAN und Laptops Arbeit verändern
Mit über 2.800 WLAN-Accesspoints zählt das 800.000 Quadratmeter große Gelände des Massachusetts Institute of Technology [MIT] zu einem der am besten drahtlos vernetzten Gebiete der Welt.
Das und die Tatsache, dass an der US-Eliteuni auch die Dichte der Notebooks und anderer drahtlos nutzbarer Geräte sehr hoch ist, ist die Basis für eine spezielle Art der Grundlagenforschung:
Wann, wie viele und vor allem wo sich die Menschen auf dem Campus bewegen, wird am MIT an Hand der Benutzung der drahtlosen Geräte wie eben Notebooks, PDAs und WLAN-fähigen Handys verfolgt und aufgezeichnet.
Die Daten werden an allen WLAN-Zugangspunkten alle 15 Minuten gesammelt und dann als Farbfeld dargestellt.
WLAN-Nutzung am MITÜberwachung für die Forschung
Mit dem so genannten iSPOTS Projekt wollen die Wissenschaftler an Hand der WLAN-Nutzungsdaten erforschen, wie sich das Leben und Arbeiten am MIT verändert.
Dabei können auch einzelne Personen genau auf ihrem Weg über den Campus verfolgt werden - wenn diese das möchten.
Die gesammelten Daten werden auf Karten eingezeichnet und können online abgerufen werden. So kann man etwa sehen, zu welcher Zeit die Cafeteria am meisten besucht wird und wo sich die Studenten zum Surfen und Abeiten zurückziehen.
Verfolgung einzelner UserLaptops und WLAN ändern die Arbeit
Mit Hilfe der Karten könne man zu jeder Zeit feststellen, wie viele Personen auf dem Campus gerade online seien, meint Carlo Ratti, Chef des SENSEable City Laboratory des MIT.
Man könne sogar beobachten, wie jemand [vorausgesetzt er hat ein Gerät, dass im Netz eingeloggt ist] von Raum zu Raum gehe, selbst in mehrstöckigen Gebäuden.
"Laptops und WLAN revolutionieren die Art, wie Leute arbeiten", so Ratti. Die Karten zielten darauf ab, diese Veränderungen auch darzustellen.
Einige der bisherigen Ergebnisse sind allerdings wenig überraschend. So zeigt sich etwa, dass die meisten User spätnachts oder sehr früh am Morgen in ihren Zimmern online sind. Untertags verschiebt sich die Nutzung ebenfalls wenig überraschend vor allem in die Unterrichtsräume.
SENSEableVerschiebung der Arbeitsplätze
Andererseits zeigte sich auch, dass die Studierzimmer, die früher oft gesteckt voll waren, mittlerweile fast leer sind, weil sich die Studenten, abgekoppelt vom Telefonkabel, zunehmend in Cafes und nahe gelegene Lounges zurückziehen, wo es Essen und komfortable Sessel gibt.
Diese und andere Erkenntnisse sollen in Zukunft in die Planung neuer MIT-Gebäude und neuer Services einbezogen werden. "Die Frage ist: Wenn ich überall arbeiten kann, wo will ich dann arbeiten?" so Ratti.
Von den Ergebnissen sollen aber auch Städte profitieren, die die Errichtung eines umfassenden WLAN-Netzes planen und die dadurch besser planen können, wo sich eine Investition auch auszahlt.
