Ärztekammer gibt Tipps zur Handynutzung
Die Wiener Ärztekammer will mit einer Plakataktion zu vernünftigem Handygebrauch mahnen.
Alle Wiener Arztpraxen werden mit knallgelben Plakaten, die optisch an Atomenergie-Warnschilder erinnern, ausgestattet, um vor möglichen Gefahren durch häufiges und unkontrolliertes Telefonieren mit dem Handy zu warnen.
Auf den Aushängen finden sich die "10 medizinischen Handy-Regeln", welche die Strahlenexposition reduzieren sollen, so die Kammer in einer Aussendung. Man handle dabei nach dem Motto "Sicher ist sicher".
"Wir haben uns zu dieser Aktion entschlossen, da auf Grund der Ergebnisse letzter Studien mögliche negative Langzeitwirkungen durch Mobilfunkstrahlen nicht auszuschließen sind", betonte der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner.
Das WarnplakatKein Handy für Kinder
In den "Handy-Regeln" rät die Ärztekammer dazu, prinzipiell so wenig und so kurz wie möglich zu telefonieren, Kinder unter 16 Jahren sollten gar nicht mobil kommunizieren. In der Nacht sollte das Handy des Weiteren generell ausgeschaltet werden.
Während des Gesprächsaufbaus und beim Versenden von SMS-Nachrichten sollte das Handy nicht in Kopfnähe gehalten, beim Telefonieren zudem ein Abstand zu anderen Personen [Passivstrahlung] gehalten werden.
Ohne Einschränkung der Lebensfreiheit
Wie Dorner anmerkte, seien die von der Ärztekammer postulierten Vorsichtsmaßnahmen "ohne wirkliche Einschränkung der Mobilität und Lebensfreiheit" möglich.
"Keiner kann mir wirklich erzählen, dass sein Handy eingeschaltet während der ganzen Nacht unbedingt am Kopfpolster liegen muss. Und auch das Weghalten des Handys während des Rufaufbaus vom Körper mindert nicht wirklich die Bequemlichkeit des Handybenützers."
Ärztekammer WienMobilfunkbranche: "Panikmache"
Das Forum Mobilkommunikation [FMK], der Branchenverband der österreichischen Mobilfunkindustrie, sieht in den Warnungen der Wiener Ärztekammer eine Panikmache, welche die wissenschaftliche Faktenlage ausser acht lässt.
Es handle sich dabei nicht um eine objektive Auseinandersetzung mit dem Thema Mobilfunk und Gesundheit, sondern eine sorglose, wenn nicht verantwortungslose Aktion, die unbegründete Ängste gegenüber der Technologie schüren würde, so FMK-Sprecher Maximilian Maier.
Kein Nachweis für Gefährdung
International sei man zu dem Konsens gekommen, dass es nach
derzeitigem Stand der Wissenschaft keinen Nachweis für eine
Gefährdung der Gesundheit durch elektromagnetische Felder des
Mobilfunks unterhalb der von der Weltgesundheitsorganisation
empfohlenen Grenzwerte gibt.
Mobilfunk-Grenzwerte von WHO bestätigt
