Auf der Suche nach künftiger Speichertechnik
Während derzeit noch der Wettkampf um die DVD-Nachfolger - Blu-ray versus HD-DVD - im Gange ist, wird bereits weltweit an der nächsten Scheibe geforscht, die bis zu ein Terabyte an Daten fassen soll.
Möglich wird das durch Holografie, bei der ein Laserstrahl in einen Referenz- und einen Datenstrahl gespaltet wird.
Derzeit forschen in diesem Sektor eine Reihe von Firmen, wie Sony, Samsung, Optware und Inphase, und arbeiten daran, die Technologie zur Marktreife zu bringen.
In den letzten Jahren gab es dabei einige Hürden zu überwinden - die meisten drehten sich um die Notwendigkeit, bei geringen Störungen nicht den "Datenpfad" zu verlieren. Die letzte Hürde, die vor wenigen Monaten gelöst wurde, betraf Temperaturschwankungen.
Temperaturschwankungen kein Problem mehr
Die Polymerschicht, die die Daten speichert, verzieht sich schon
bei geringen Temperaturschwankungen, was wiederum ein genaues
Auslesen der winzigen Speicherpunkte unmöglich machte. Sony konnte
nun ein Verfahren entwickeln, das die Veränderungen des
Polymermaterials berücksichtigt und so einen Einsatzbereich zwischen
minus zehn und plus 60 Grad erlaubt.
"Holographische" Kreditkarte fasst 30 GB2006 erste kommerzielle Anwendungen
Nun überschlagen sich die Hersteller, die ersten kommerziellen Anwendungen vorzustellen.
Bereits 2006 sollen erste Lösungen auf den Markt kommen, die pro Scheibe Datenmengen von 200 bis 300 Gigabyte ermöglichen. Zum Vergleich: Die jeweils gleich großen Blu-ray-Discs fassen 50 Gigabyte, die DVDs maximal 8,5, CD-ROMs rund 0,7 Gigabytes.
Holografische Speicher kommen somit nur kurz nach den DVD-Nachfolgetechnologien Blu-ray und HD DVD auf den Markt.
Distributionsmedium oder Megaspeicher
Noch nicht klar ist, ob holografische Speicher wie ihre Vorgänger
vorerst vor allem als Distributionsmedium oder als großvolumiger
Datenspeicher in Unternehmen eingesetzt werden.
Holographie-DVD speichert ein TerabyteTeure Geräte
Erste Tests mit Prototypen verlaufen viel versprechend - es konnten pro Sekunde 30 Megabyte an Daten geschrieben und 15 Megabyte gelesen werden. Damit erreicht die Schreibgeschwindigkeit bereits Festplattenniveau.
Einzige Hürde zur kommerziellen Anwendung sind nun die Kosten. Die Linsen der Prototypen werden aus Industriediamanten geschliffen, wobei nicht nur die Materialkosten, sondern auch die Kosten der Herstellung eine große Rolle spielen.
