28.10.2005

PRIVACY

Big Brother Award Deutschland vergeben

Die geplante Ticket-Vergabe für die Fußball-WM 2006 ist von Datenschützern am Freitag in Bielefeld mit dem Negativ-Preis "Big Brother Award" bedacht worden.

Unter anderem "für die inquisitorischen Fragebögen zur Bestellung von WM-Tickets" bekamen das Organisationskomitee des Deutschen Fußballbundes sowie Franz Beckenbauer persönlich in der Kategorie Verbraucherschutz die abwertende Auszeichnung.

Harsche Kritik hatte das Komitee erst am vergangenen Donnerstag vom Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix geerntet, der den geplanten Einsatz der RFID-Chips als "schrittweise Aufweichung des Rechts" bezeichnete.

Fan-Zugehörigkeit und Ausweisnummer

Die Datenschützer prangern weiters an, dass Käufer gezwungen seien, persönliche Daten wie Geburtsdatum, Fan-Zugehörigkeit und die Personalausweisnummer preiszugeben, die dann an die FIFA weitergegeben werden sollen. Inzwischen dürfen die Daten zwar nur werblich genutzt werden, wenn der Käufer ausdrücklich zustimmt, doch die "illegale Eingabe der Personalausweisenummer wird nach wie vor verlangt", heißt es.

Der "BigBrotherAward" wird seit 1998 und in Deutschland seit dem Jahr 2000 an Unternehmen, Organisationen und Personen verliehen, die in "besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen".