Big Brother Award Deutschland vergeben
Die geplante Ticket-Vergabe für die Fußball-WM 2006 ist von Datenschützern am Freitag in Bielefeld mit dem Negativ-Preis "Big Brother Award" bedacht worden.
Unter anderem "für die inquisitorischen Fragebögen zur Bestellung von WM-Tickets" bekamen das Organisationskomitee des Deutschen Fußballbundes sowie Franz Beckenbauer persönlich in der Kategorie Verbraucherschutz die abwertende Auszeichnung.
Harsche Kritik hatte das Komitee erst am vergangenen Donnerstag vom Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix geerntet, der den geplanten Einsatz der RFID-Chips als "schrittweise Aufweichung des Rechts" bezeichnete.
Tickets mit Funk-Chips
Bei der Fußball-WM sollen die Tickets erstmals mit einem Chip
ausgestatten sein, auf dem personenbezogene Daten gespeichert
werden. Damit sollen die Sicherheitsauflagen des Fußballweltverbands
FIFA umgesetzt und Kontrollen in den Stadien vereinfacht werden.
Big Brother Awards Deutschland
Österreich: Big Brother Awards 2005 verliehenFan-Zugehörigkeit und Ausweisnummer
Die Datenschützer prangern weiters an, dass Käufer gezwungen seien, persönliche Daten wie Geburtsdatum, Fan-Zugehörigkeit und die Personalausweisnummer preiszugeben, die dann an die FIFA weitergegeben werden sollen. Inzwischen dürfen die Daten zwar nur werblich genutzt werden, wenn der Käufer ausdrücklich zustimmt, doch die "illegale Eingabe der Personalausweisenummer wird nach wie vor verlangt", heißt es.
Der "BigBrotherAward" wird seit 1998 und in Deutschland seit dem Jahr 2000 an Unternehmen, Organisationen und Personen verliehen, die in "besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen".
