26.10.2005

ÖSTERREICH

Big Brother Awards 2005 verliehen

Im Wiener Rabenhoftheater wurden am Dienstagabend die Big Brother Awards Austria an jene Politiker, Behörden, Institutionen und Unternehmen verliehen, die sich durch besonderes Interesse an persönlichen Daten hervorgetan haben.

Der Preis in der Kategorie Politik ging an Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat [ÖVP] "für den Kick-off zur schleichenden Verwandlung von Staatsbürgern in gläserne Patienten", wie es in der Begründung hieß.

Mit dem "unsäglichen" Gesundheitstelematik-Gesetz wandle Rauch-Kallat auf den Spuren der mehrfach mit "lebenslang" ausgezeichneten Bildungsministerin Elisabeth Gehrer [ÖVP] für deren "Bildungsevidenz", so die Organisatoren der "Big Brother Awards".

Die "Vorsorgeuntersuchung neu" verpflichte Ärzte, Details über die Untersuchung und etwa Alkoholkonsumverhalten personenbezogen und computerverwertbar an die Sozialversicherungen weiterzuleiten.

Die Richterschaft und "World of Warcraft"

Ebenfalls ausgezeichnet, und zwar in der Kategorie "Behörde": Die österreichischen Richter, da es bei der Rufdatenerfassung von 2002 bis 2004 einen Zuwachs von 438 Prozent gegeben habe und 68 Prozent mehr Anschlüsse abgehört worden seien, "mit mehr oder weniger Blanko-Unterschriften unter den Überwachungsanträgen der Polizei", wie es in der Begründung hieß.

Die Wirtschaftskategorie konnte das Reinigungsunternehmen Assa für sich entscheiden, in der Kategorie Kommunikation setzte sich Blizzard Entertainment mit dem Online-Rollenspiel "World of Warcarft" gegen das Datamining-Unternehmen Google durch.