Hörbücher, Hoffnung der Buchbranche
Immer mehr Buchverlage setzen auf elektronische Veröffentlichungen. Das Hörbuch entwickelt sich auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt
angesichts des stagnierenden Buchgeschäfts zum Hoffnungsträger der Branche.
Den derzeitigen Marktanteil beziffern die Veranstalter der Buchmesse auf rund vier Prozent. Im laufenden Jahr könnte der Umsatz auf bis zu 100 Millionen Euro nach geschätzten 60 Millionen Euro 2004 steigen.
Hauptabnehmer ist nach wie vor der traditionelle Buchhandel, wo knapp 65 Prozent der Titel verkauft werden. Etwa ein Viertel der Verlage vertreibt die Literatur zum Hören aber auch über die wachsenden Download-Portale im Internet.
Etwa 13.000 Titel zum Hören haben rund 500 Verlage dem Börsenverein zufolge derzeit im Angebot. Das Medium für die Ohren spreche einer Umfrage zufolge vor allem "eine junge multimedial erfahrene Zielgruppe an".
Hörbuchverlage setzen aufs InternetGroßes Angebot bei Hörbuch-Downloads
Anbieter wie audible.de, ohrbuch.net und hoerkiosk.de bekommen täglich neue Konkurenz: Auf der Buchmesse starteten der Focus Magazin Verlag und der Hörbuchverlag am Mittwoch das Portal claudio.de [700 Titel]. Auch der Internet-Medienhändler libri.de will bis März 2006 mehr als 1000 MP3-Bücher anbieten.
Wenn es nach zwei Ausstellern der Frankfurter Buchmesse geht, können die Hörbücher bald schon an Bahnhöfen, Flughäfen, Tankstellen und Cafes erstanden werden. Dies sollen ein "BuyoMat" und die fast zwei Meter große gelbe MP3-Zapfsäule ermöglichen. Sie spucken Hörbücher aus - der eine im handelsüblichen Format, der andere als Download für Computer, MP3-Player und Handy.
Das elektronische Publizieren werfe jedoch auch Fragen auf, so ein Sprecher vom Arbeitskreis Elektronisches Publizieren, etwa im Urheberrecht und beim Schutz vor Raubkopien. 75 Prozent der Verlage seien überzeugt, dass der Schutz vor Piraterie durch Digital Rights Management in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werde.
