TA bastelt an Ausgliederung weiter
Trotz heftiger Drohungen von Gewerkschaftsseite arbeiten die teilstaatlichen Firmen Telekom Austria [TA] und Post sowie die staatliche Holding ÖIAG weiter an der Ausgliederung angeblich überzähliger Mitarbeiter.
Wie "Der Standard" in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, soll am Donnerstag im Bundeskanzleramt mit Hochdruck weiterverhandelt werden.
Wie der "Standard" aus ÖIAG-Kreisen erfuhr, will die wegen rückläufiger Festnetzerträge schwer unter Druck stehende Telekom für den Transfer von 2.100 bis 2.500 Beschäftigten [es geht nicht nur um Beamte, sondern auch um Angestellte und de facto unkündbare Vertragsbedienstete] viel Geld in die Hand nehmen: Aus dem Verhandlungsteam rund um Festnetzvorstand Rudolf Fischer verlautet Bereitschaft, in einen ÖIAG-Personalpool pro Beschäftigten bis zu 150.000 Euro einzuschießen.
Macht linear hochgerechnet 375 Mio. Euro, wobei die Summe als Untergrenze, weil abhängig von Alter, Qualifikation und Vermittelbarkeit, bezeichnet wird. Eine einmalige hohe Zahlung würden die seit der Gewinnwarnung im Februar arg strapazierten TA-Aktionäre eher akzeptieren als jahrelange Belastungen durch überzähliges Personal, so die Zeitung.
Am Dienstag hatten sowohl TA-Chef Boris Nemsic als auch der TA-Betriebsrat und Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz erklärt, dass eine Auslagerung von Beamten in eine Bundesbeschäftigungsagentur kein Thema sei.
PR-Agentur soll Akzeptanz heben
Als Indiz für den Ernst der Lage gilt laut "Standard" weiters, dass die Lobbying-Agentur Kovar & Köppl engagiert wurde - wohl um die bis dato geringe Akzeptanz zu heben, was bei der mit der AUA beschäftigten ÖIAG allerdings unkommentiert blieb.
Wie ORF.at berichtete, hat die Gewerkschaftsseite von der TA-Führung verlangt, Verträge mit Leiharbeitern im Festnetzbereich nicht zu verlängern, bevor über eine Ausgliederung von Beamten verhandelt werden könne. Die TA ist dieser Forderung nachgekommen.
(APA)
