15.10.2005

ENTWURF

Harte Strafen für "Nigeria-Spammer"

Die "Nigeria-Connection" ist berühmt für ihre immer gleiche Betrugsmasche: Angebliche Geschäftsmänner, Regierungsmitglieder oder Witwen ehemaliger Diktatoren stellen unbedarften Internet-Nutzern Millionengewinne in Aussicht, falls diese ihnen dabei helfen, große Summen Geld ins Ausland zu schaffen.

Das Opfer soll dabei Anzahlungen für diverse Spesen leisten, zur Auszahlung des Millionenvermögens kommt es aber freilich nie.

Im Kampf gegen dieses betrügerische Spamming will Nigeria nun das Versenden von massenhaften E-Mails mit bis zu drei Jahren Haft unter Strafe stellen.

Schwierige Durchsetzung

Auf einen verurteilten Spammer können Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro bzw. bis zu drei Jahre Haft - oder beides - zukommen.

Dem Gesetzesentwurf muss nun noch von den Gesetzgebern mehrheitlich zugestimmt werden, dann ist es geltendes Recht.

Doch viele zweifeln an der Wirksamkeit des neuen Gesetzes. "Ich bin zwar sehr froh über diesen Schritt," so Richard Cox von Spamhaus.org. "Aber ich will sehen, wie es durchgesetzt wird."

Schon jetzt sei der Tatbestand des Betrugs in Nigeria strafbar, und trotzdem zeigte dies keinerlei Aufswirkungen auf das Ausmaß des Mailbetrugs.

Microsoft schult Polizei

Auch der Software-Konzern Microsoft will der Regierung im Kampf gegen die Nigeria-Connection zur Seite stehen.