Regulierer wirft TA Marktmissbrauch vor

Kombipaket
07.05.2008

Die Telekom Austria [TA] hat auf Druck der Regulierungsbehörde eine Senkung der Entbündelungsentgelte für Mitbewerber angeboten. Die Alternative Netzbetreiber lehnen das Angebot ab.

Die Telekom-Control-Kommission [TKK] vermutet einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung bei Vorleistungsentgelten für die Entbündelung und den "breitbandigen Zugang" [Bitstream Access] durch die TA.

Eine Benachteiligung der Mitwerber im Nachhang des um Weihnachten von der TA angeboteten Kombipakets werde derzeit überprüft, teilte die Regulierungsbehörde am Dienstag in einer Aussendung mit.

Kontrolliert werde, ob die TA Missbrauch durch ihrer marktbeherrschenden Stellung begangen und somit die Konkurrenz einer nicht gerechtfertigten Preis-Kosten-Schere [Margin Squeeze] ausgesetzt habe.

Tarif-Senkung angeboten

Die TA habe im Zuge des Verfahrens angeboten, die montalichen Entbündelungsentgelte für Mitbewerber rückwirkend zum 1. Jänner auf 9,33 Euro zu senken, so die TKK.

Telekom-Sprecher Martin Bredl meinte, dass die TA nun davon ausgehe, dass mit den 9,33 Euro den Bedenken der TKK Rechnung getragen wurde und die Angelegenheit somit erledigt sei.

"Völlig unzureichend"

Das Angebot könne bestenfalls als ein Zeichen des guten Willens gesehen werden, sei jedoch völlig unzureichend, meinten hingegen die Alternativen Netzbetreiber.

Sie verwiesen auf ein Gutachten der Regulierungsbehörde, in dem klar festgelegt sei, dass eine Preis-Kosten-Schere nur dann nicht gegeben ist, wenn der Preis für die Entbündelungsmiete im Mittel 8,12 Euro erreiche.

"Die Differenz des errechneten zulässigen Preises zum Angebot der TA würde ein jährliches Körberlgeld für die TA von über vier Millionen Euro bedeuten", so die Telekom-Mitbewerber.

Zuletzt wurden die Vorleistungsgebühren auf Druck der Regulierungsbehörde im November 2007 von 10,70 auf 10,44 Euro gesenkt.

(futurezone | APA)