Handy laden mit der Kraft der Waden
Was sich im Tierversuch mit Hamster und Laufrad bereits bewährt hat, kommt nun im Wiener Wahlkampf zum Einsatz: kinetische Energie, die einen Handyakku lädt.
Am Montag hat der Wiener Gemeinderat Christoph Chorherr [Grüne] sein "Wahlkampffahrrad" vorgestellt, dessen hoch effizienter Dynamo nach dem Magnetkreis-Prinzip einen Wirkungsgrad im Generator von bis zu 95 Prozent erreicht - gegenüber 17 bis 35 Prozent bei herkömmlichen Dynamos.
Bei gemütlichem Radfahren werden so etwa 80 Watt Leistung entwickelt, das wiederum mit dem "Powermeter" gemessen.
Hamster-betriebenes Handy-LadegerätWie die Messeinheit funktioniert
Das Powermeter besteht aus Kurbeln, Kettenblättern und Messeinheit, wobei die Messeinheit zwischen dem Kurbelarm und den Kettenblättern sitzt.
Diese besteht aus einer hochfesten, spezialgehärteten Aluminiumlegierung, im Inneren befinden sich Dehnmessstreifen, die sich beim Treten auf die Pedale verwinden.
Die Materialverwindung registriert sowohl Drehmoment wie Tretfrequenz, die in ein digitales elektrisches Signal umgeformt und induktiv auf einen Sensor am Fahrradrahmen übertragen werden.
Billig ist das Powermeter des Deutschen Herstellers SRM freilich nicht, je nach Ausführung kommt das Gerät auf 1.700 bis 4.600 Euro.
Das PowermeterGeheimnisvolle Kilowattstunde
Die Idee dahinter sei vor allem, den Energieverbrauch sichtbar zu machen, sagt Chorherr: "Jeder weiß heute über den Treibstoffverbrauch seines Autos Bescheid, fast niemand weiß, was eine Kilowattstunde ist."
Der Stromverbrauch eines Fernsehers in der Stand-by-Funktion ist ebenso weitgehend unbekannt wie der Stromverbrauch der Haushaltselektrogeräte oder was eine Kilowattstunde an Leistung bedeutet.
Chorherrs Wahlkampfrad
