10.10.2005

MP3-ABO

Yahoo macht sich auf die Podcast-Suche

Podcasting ist derzeit in aller Munde. Das Angebot an den selbst gebastelten "Radioprogrammen", die über RSS-Feeds abonniert und auf portable Musikplayer übertragen werden können, wächst stetig. Für den Nutzer und vor allem für Einsteiger wird es dabei schwer, einen Überblick zu halten bzw. zu gewinnen.

Der Portalbetreiber Yahoo begibt sich nun auch an die Podcast-Front und startet ein eigenes Service [natürlich in der Betaversion], mit dem die Audiodateien aufgespürt, organisiert und auch bewertet werden können. Der Nutzer soll dabei die Angebote finden, die am besten auf seine Interessen zugeschnitten sind.

"Wir beabsichtigen, die umfassendste Quelle für Podcast-Angebote zu werden", so Yahoo-Produktchef Geoff Ralston. Genau diese Position beansprucht aber auch Apple für seinen iTunes-Client.

Was Apple kann ...

Yahoos Schätzungen zufolge hören sich derzeit rund fünf Millionen Menschen regelmäßig Podcasts an. Der potenzielle Markt wird jedoch um einiges größer eingeschätzt.

Apple hat bisher etwa 20 Millionen iPods an den Mann gebracht und beherrscht in den USA 75 Prozent des Markts für portable Musikplayer. Mit der Podcast-Unterstützung in Apples Musik-Software iTunes 4.9 wurde der Boom noch einmal angekurbelt.

Yahoo stellt sich mit seinem Angebot nun in direkte Konkurrenz zu Apple und iTunes, setzt dabei aber auf mehr Offenheit. Neben iTunes wird auch Musik-Software wie der Windows Media Player und die Yahoo Music Engine unterstützt. Will man einen Podcast abonnieren, lädt man ein kleines File [.pcst] herunter, das Informationen über diesen enthält und der Software den Auftrag erteilt, neue Episoden zu suchen.

Die Podcasts können damit nicht nur auf den iPod, sondern auf alle gängigen Player von iRiver, Dell und Creative geladen werden, wie Yahoo betont.

Schneller als Google

Yahoo ist mit seinem Angebot weitaus nicht unter den Ersten, bei den Internet-Schwergewichten hat der Konzern mit seinem Vorhaben aber derzeit die Nase vorn.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Mitbewerber wie Google und Microsoft mit ähnlichen Angeboten nachziehen.