Roboter als Goalie-Ersatz
Forscher des Instituts für Automatisierungs- und Softwaretechnik der Universität Stuttgart haben einen automatisierten Torhüter entwickelt, der "besser als ein Bundesliga-Torwart" halten soll.
Der Tormannroboter "Goalias", der am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist im Elfmeterschießen beinahe unüberwindbar - erklären zumindest seine Erfinder. Nach Angaben des Instituts ist er der erste automatisierte Torwart, der Bälle in einem Tor von Bundesliga-Größe abwehrt.
"Er hält besser als ein Bundesliga-Torwart", verspricht Mathias Maurmaier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut und technischer Leiter des Projekts. "Er kann sehr schnell die Bälle aus den Ecken fischen, was kein Bundesliga-Torwart so zuverlässig kann."
"Goalias" hechtet dabei allerdings nicht wie ein echter Tormann nach dem Ball. Er steht stattdessen auf einer Schiene, auf der er sich von links nach rechts bewegt. Dabei kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern in der Stunde erreichen. Den Ball wehrt er mit seinem ganzen Körper, der aus einer torhohen Metallplatte besteht, ab.
Seine Fähigkeiten soll der Roboter am 22. Mai öffentlich unter Beweis stellen, wenn auf der Messe Stuttgart die Frauen-Fußball-Nationalmannschaft gegen ihn antritt. Von 17. bis 25. Mai wird er in der Technik-Erlebniswelt Ideenpark ausgestellt.
Maschine mit kleinen Fehlern
Drei Kameras helfen "Golias", den Ball zu erkennen. Ein Rechner kalkuliert die aktuelle Position des Balls und seinen Auftreffpunkt im Tor. Ein Motor bringt den Roboter in Schwung. Bei harten Schüssen muss es schnell gehen: Nur 400 Millisekunden bleiben dann Zeit.
"Wir wollen mit ihm zeigen, was heute in den verschiedenen Bereichen der Automatisierungs- und Software-Technik möglich ist, und wir wollen Schüler motivieren, Ingenieurswissenschaften zu studieren", erklärte Maurmaier. Insgesamt sechs Wissenschaftler tüftelten zusammen mit Studenten rund neun Monate intensiv an dem Projekt.
Noch ist "Goalias" allerdings nicht ohne Fehler: Man kann ihn überlisten mit Schüssen mit Drall, die gleichzeitig schnell genug sind, dass er sie nicht berechnen kann.
(dpa)
