18.09.2005

"MATRIX FORUM"

Plazes: Lokalisierung selbst gemacht

Als Stefan Kellner und Felix Petersen im Sommer letzten Jahres die Location Based Service-Plattform Plazes.com gründeten, standen sie vor einem Problem: Kaum ein Nutzer besitzt bisher GPS-Empfänger zur Satelliten-gestützten Lokalisierung.

Mobiltelefone sind viel weiter verbreitet - aber die Netzbetreiber rücken Lokalisierungsdaten entweder gar nicht oder nur gegen viel Geld raus. Internationale Systeme lassen sich mit Handynetzen überdies nur schwer realisieren.

Kellner und Petersen entschieden sich deshalb dafür, ihre eigenes System von Grund auf neu aufzubauen. Plazes.com setzt dazu auf Internet-Zugänge als Lokalisierungs-Fixpunkte.

Die MAC-Identifikationsummer eines Netzwerk-Routers dient als Erkennungsmerkmal eines Ortes, der dann von seinen Nutzern geografisch lokalisiert und genauer beschrieben werden kann. "Die meisten sozial relevanten Orte haben ein Netzwerk", erklärt Petersen.

Mehr als 9.500 Orte erfasst

Plazes-Nutzer haben mittlerweile mehr als 9.500 solcher sozial relevanten Orte auf der ganzen Welt erfasst. Dazu gehören Heim-Netzwerke ebenso wie Firmen, Internet-Cafes und kostenlose WLAN-Hotspots auf Flughäfen.

Für Schlagzeilen in der Weblog-Welt sorgte, als ein Nutzer im August die US-Militärbasis Guantanamo Bay auf Kuba als Plazes-Ort registrierte.

Komplementär zu Weblogs & Co.

Plazes-Nutzer können mit dem System feststellen, wer sich in ihrer Umgebung aufhält. Sie können zudem auf ihrem Weblog veröffentlichen, wo sie sich selbst gerade aufhalten und ihren Lesern genauere Informationen zu diesem Ort geben. Felix Petersen glaubt, dass das zu einer der Hauptnutzungsformen von Plazes.com werden könnte.

Durch die Einführung von Ortungsmöglichkeiten werde sich jedoch in Zukunft noch vieles verändern, so Petersen: "Die Möglichkeiten sind da endlos. Und sie werden sich sicherlich nicht darauf beschränken, die Frau nebenan im Cafe kennen zu lernen."