Erste Festnahme im Infineon-Skandal
In der Korruptionsaffäre beim Münchner Chip-Hersteller Infineon wurde der Sportmarketing-Unternehmer Ralf-Udo Schneider festgenommen.
Der Chef der Schweizer PR-Firma BF-Consulting sei in der Schweiz festgenommen worden, bestätigte der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler einen entsprechenden Bericht von "Spiegel Online".
Weitere Einzelheiten wollte die Behörde im Laufe der Nachmittags bekannt geben.
Der "Spiegel" berichtete, dass die Festnahme offenbar durch Beschuldigungen ausgelöst wurde, die der inzwischen zurückgetretene frühere Infineon-Speicherchip-Vorstand Andreas von Zitzewitz bei seinen Vernehmungen gegenüber der Münchener Staatsanwaltschaft erhoben habe.
Der Bericht des "Spiegel"Zehntausende Euro geschmiert
Hinzu seien belastende Unterlagen gekommen, die von den Ermittlern bei ihrer Razzia Mitte Juli in der Konzernzentrale sowie zahlreichen Büro- und Privaträumen in ganz Deutschland und der Schweiz sichergestellt wurden.
Schneider, der jahrelang Rennsport-Events für Infineon organisierte, soll von Zitzewitz und den ehemaligen Infineon-Manager Harald Eggers Provisionen für die Anwerbung von Sponsoring-Partnern bezahlt haben.
Für den Abschluss und die Fortführung eines Rahmenvertrages soll Zitzewitz 259.000 Euro und Eggers 50.000 Euro erhalten haben. Zitzewitz war nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinem Vorstandsposten zurückgetreten.
