Clintons leise Kritik ans Chinas Netz-Zensur
Der frühere US-Präsident sprach anlässlich einer Internet-Konferenz, die von Yahoos neuen chinesischen Partner Alibaba.com ausgerichtet wurde, davon, dass China sich der Umweltrisiken seines schnellen Wirtschaftswachstums bewusst werden müsse.
China verzeichnet ein Wirtschaftswachstum von neun Prozent und heizt mit seiner ebenfalls starken Nachfrage nach etwa fossilen Brennstoffen die Weltmarktpreise an.
Dem Aufruf der Organisation Reporter ohne Grenzen [RsF], auf den aktuellen Fall des Journalisten Shi Tao einzugehen, folgte Clinton bei seiner Keynote nicht.
Yahoo hat nach Angaben von RsF die chinesische Regierung mit Informationen versorgt, die zur Inhaftierung des oppositionellen Journalisten Shi Tao führten.
Die Hongkonger Filiale des Unternehmens habe der Staatssicherheit geholfen, den Journalisten Shi Tao zu identifizieren, der anschließend zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, teilte RsF am Mittwoch mit. Der 37-Jährige war wegen des "Verrats von Staatsgeheimnissen" verurteilt worden.
Proteste wegen Yahoos Rolle in ChinaVerpasste Chance
Das Internet habe einen bedeutenden politischen und sozialen Einfluss - das könne nicht ausgelöscht werden, so Clinton. Die realen Gefahren für chinesische Webnutzer, die tatsächlich ihre Meinung äußern, erwähnte er jedoch nur am Rande.
"Die Grenzen des politischen Systems für die freie Meinungsäußerung [...] scheinen keine nachteiligen Auswirkungen auf den E-Commerce zu haben", so Clinton. Das sei etwas, was China beobachten und wo es sich durchlotsen müsse, so Clinton.
Zuletzt wurde bekannt, dass China Telefonanrufe übers Internet blockieren will. Das berichtet "Beijing Business Today".
Demnach soll China Telecom, der größte Telefonanbieter des Landes, ab 2006 VoIP-Nutzung über seine Breitband-Leitungen blockieren. Eine nicht näher genannte Mitarbeiterin von Shenzhen Telecom gab zudem an, dass VoIP-Software über den Anbieter nicht heruntergeladen werden kann.
Peking fördert die Internet-Nutzung vor allem in Wirtschaft und Bildung, gleichzeitig sorgt aber einer der strengsten Netzfilter, dass nur von der Regierung ausgewählte Information zu den Nutzern gelangt.
China macht Ernst mit Registrierzwang
