Keine Bewegung bei Microsoft - Yahoo

45 mrd. dollar
28.04.2008

Nach Ablauf eines Ultimatums des Software-Konzerns Microsoft für sein Kaufangebot an den Internet-Konzern Yahoo ist weiterhin keine Annäherung der beiden Unternehmen in Sicht.

Weder habe es Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gegeben noch seien im Moment Gespräche geplant, erklärte Microsofts Software-Chef Brad Smith gegenüber der Nachrichtenagentur AP am Montag.

Offensichtlich herrscht zwischen den Unternehmen eine tiefe Kluft, seitdem Microsoft-Chef Steve Ballmer Anfang April in einem offenen Brief den Yahoo-Vorstand kritisierte und mit einem Ultimatum unter Druck setzen wollte. Yahoo hatte die von Microsoft gestellte Frist für eine gütliche Einigung über einen Kauf am Wochenende verstreichen lassen.

Feindliche Übernahme käme teuer

Für diesen Fall hatte Microsoft angedroht, über die Aktionäre eine feindliche Übernahme gegen den Widerstand der Yahoo-Spitze durchzusetzen oder sein Angebot ganz zurückzuziehen. Bei einer Absage Microsofts dürfte der Yahoo-Kurs deutlich fallen. US-Medien zufolge gibt es inzwischen aber auch bei Microsoft Widerstände gegen das Geschäft.

Microsoft kann nun versuchen, Vertreter der eigenen Interessen in den Verwaltungsrat von Yahoo wählen zu lassen. Diese könnten Druck auf das Management ausüben oder es sogar ablösen. Bisher scheute Microsoft vor einer solchen feindlichen Übernahme zurück, weil sie langwierig und teuer sein könnte.

Allianz gegen Google

Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo sucht nach Alternativen und verhandelt mit möglichen anderen Partnern wie Google, dem Online-Portal AOL und dem Medienmogul Rupert Murdoch.

Yahoo und wichtige Aktionäre fordern eine Anhebung des Microsoft-Angebots. Bei Vorlage im Februar war es knapp 45 Mrd. Dollar [28,8 Mrd. Euro] oder 31 Dollar je Aktie wert. Das wäre der mit Abstand teuerste Kauf in Microsofts Geschichte.

(AP | APA | dpa)