Bastelstunde mit Sonys PSP
Sonys PlayStation Portable [PSP] ist der erste Vorgeschmack auf die nächste Konsolengeneration fürs Wohnzimmer: Nicht mehr nur Spiele sollen auf den neuen Geräten laufen, sie sollen vielmehr alle multimedialen Bedürfnisse ihrer User abdecken.
Waren Konsolen bis dato vornehmlich zum Spielen gedacht, lässt die PSP die Grenzen verschwimmen und bietet vom Start weg für eine Spielekonsole eher ungewohnte Features: Musik-Player, Bildbetrachter, Videoplayer und ein eigener Webbrowser machen das Gerät durchaus zum anvisierten "persönlichen, tragbaren Entertainment-System" [OT Sony].
Mit dem seit der neuen Firmware 2.0 mitgelieferten Webbrowser reagierte Sony zudem ungewohnt schnell auf die offensichtlichen Wünsche der User.
Technisch versierte User hatten die PSP mit früheren Firmware-Versionen über Umwege bereits zum Surfen genutzt, nun bietet Sony diese Möglichkeit auch den nicht so versierten Nutzern.
Surfen auf der PSPSurfen auf dem Stillen Örtchen
Wer zuhause ein WLAN sein eigen nennt, kann nun hochoffiziell in der ganzen Wohnung im Netz surfen - auch auf dem WC, wie vor allem die männlichen Tester sofort anmerkten.
Dabei können auch https-Sites angesurft werden, sodass etwa bei eBay mitgesteigert werden kann. Allerdings beschränkt die mühsame Buchstaben- und Zahleneingabe, über die wie bei einem Handy belegte Tastatur, schnelle Reaktionen.
Die integrierte Videofunktion will Sony naturgemäß vor allem dazu nutzen, Filme aus den eigenen Studios und von Drittanbietern im proprietären UMD-Format unters Volk zu bringen. Mit der [kostenpflichtigen] Software Image Converter 2.1 können aber auch eigene Videos in das MPEG 4-Format umgewandelt werden, um sie auf der PSP abspielen zu können.
Im Netz gibt es jedoch kostenlose Tools, die Videos PSP-gerecht umwandeln. Zwar limitiert die Zwei-GB-Grenze des MemorySticks die Speicherkapazität, praktisch können so aber auch gerippte DVDs aus der eigenen Sammlung oder TV-Mitschnitte zum Ansehen etwa in der U-Bahn mitgenommen werden.
Die PSP wird zum Allround-ToolPDA, IRC und Ogg Vorbis
Wer sich ein wenig umschaut, wird im Netz zudem noch auf eine Reihe weiterer nützlicher Tools stoßen, die die Möglichkeiten der PSP erweitern. Viele davon sind allerdings noch für die Firmware unterhalb der aktuellen Version 2.0 gemacht.
So kann mit der PSP via Internet Relay Chat [IRC] kommuniziert werden, E-Books und TiVo-Videos lassen sich ebenso nutzen wie zahlreiche Emulatoren [etwa Wonderswan oder Atari] und Kalender-Applikationen machen das Gerät zum PDA.
Findige Bastler haben zudem Wege gefunden, Musik-Formate abseits von MP3, Wav und Sonys ATRAC3plus wie etwa Ogg Vorbis auf der PSP zum klingen zu bringen.
Die zahlreichen zusätzlichen und nicht offiziellen Applikationen lassen darauf schließen, dass die Bastler ihre PSP für weitaus mehr als nur zum Spielen, Videoschauen und Musik hören nutzen wollen.
PSPupdatesSony selbst will Gerüchten zufolge die Funktionen der PSP ebenfalls konstant erweitern. So soll unter anderem ein E-Mail-Client bereits in Arbeit sein.
Offizielle PSP-WebsiteBeflügelte Fantasien
Die rege Tätigkeit von Programmierern rund um Spielekonsolen ist ansich nicht neues, sowohl für die PS2 als auch die XBOX gab es einige Projekte um etwa Linux darauf zum laufen zu bringen. Auch für Nintendos DS finden sich Hacks im Netz.
Doch die Möglichkeiten der PSP, wie das integrierte WLAN und die Daten-Speicherung auf einem MemoryStick, scheinen auch den Programmierern mehr Chancen zu bieten, ihre Ideen zur Nutzung der Konsole umsetzen zu können.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich Sony diesem Trend nicht verschließt und ein offenes Ohr für die Wünsche seiner User hat.
An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass das spiegelnde Display zwar ansehlich, im Sonnenlicht aber eher unpraktisch ist, außer zur Kontrolle des eigenen Antlitzes. Auch macht sich ein Pixelfehler macht bereits nach wenigen Tagen Betrieb bemerkbar - ein Umstand, der auch in einschlägigen Foren bemängelt wird.
