28.08.2005

MATRIX FORUM

GPS-Milch und RFID-Pullover

Unterwegs mit GPS und PDA

Bereits im Jahr 2003 wurde die Gruppe "Blast Theory" für ihr interaktives Projekt "Can you see me now?" mit einer Goldenen Nica ausgezeichnet, in dem eine reale und virtuelle Verfolgsjagd mittels Global Positioning System GPS, Mobiltelefonen, PDAs und Internet durchgespielt wurde.

Der Pullover erzählt Geschichten

Wie man die als Überwachungsinstrument verdächtigte Technologie RFID auf "freundliche" Weise einsetzen kann, zeigt der Gewinner von "the next idea". Martin Mairinger aus Linz hat diese Kunst- und Technologiestipendium für seine Idee "USED Clothing" gewonnen.

Wenn jeder zum Medienkünstler wird

Bei den dreitätigen Sitzungen der sieben Jurys für die einzelnen Kategorien beklagten viele Juroren, dass sie großartige neue Ideen unter den Einreichungen vermissen würden. Die Arbeiten seien zwar durchwegs von guter Qualität, vieles erwecke jedoch den Eindruck, schon einmal dagewesen zu sein.

Für Naut Humon, Soundkünstler und Musikproduzent aus San Francisco, Pionier der Elektroakkustik und seit vielen Jahren in der Prix-Jury für digitale Musik, ist das nicht verwunderlich, denn die elektronische Kunst stehe an einem Wendepunkt. 1979, als die Ars Electronica gegründet wurde, sei die Digitale Technik noch neu und aufregend gewesen und nur von einer Elite benützt worden. Heute, wo Computer, Internet, Videokameras oder Studioprogramme für Musik für eine breite Masse leistbar seien, merke man eine gewisse Sättigung. Die Künstler seien deshalb gefordert, zur Substanz zurückzukehren und eine neue Formensprache zu finden.

Alles mit allem

Die Hybridkultur - also das Vermischen verschiedenster Medien und Darstellungsformen, könnte diese neue Formensprache entwickeln, meint Naut Humon. Ein Zeichen dafür sei zum Beispiel, dass in der Kategorie "Digital Musics" immer öfter Werke eingereicht würden, die Sound und Video miteinander verbinden.

Prix-Preisträger live

Bei den "Prix Foren" gibt es Gelegenheit, mit den Preisträgern über ihre Arbeiten und die Trends ihres Faches zu diskutieren. In den Prix Foren am Montag den 5. September geht es bei "Net Vision" um die Vision eines demokratischen offenen Netzes und die Freiheit der Codes, am Dienstag in "Digital Communities" um die Antriebskräfte digitaler Gemeinschaften.

Die Gewinner des Prix Ars Electronica

wurden im April von 36 Juroren ermittelt.

Drei Tage lang haben internationale

Experten aus den Bereichen Kunst, Medien,

Wirtschaft und Wissenschaft aus tausenden

Einreichungen die besten Projekte und

Arbeiten ausgewählt. Welche Trends lassen

sich aus den eingereichten Arbeiten

herauslesen und wie kommen die Juroren und

Jurorinnen zu ihren Entscheidungen? Sonja

Bettel war für matrix "backstage" dabei