Schwunghafter Handel mit falschen Pillen
Für mehr als zwei Millionen Euro sollen die vier Medikamente übers Web verkauft haben, gab die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bekannt.
Die Beschuldigten hätten auf Websites verschreibungspflichtige Medikamente angeboten - unter anderem Potenzmittel, Appetitzügler und Haarwuchsmittel, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Die Kunden bekamen jedoch keine Originalpräparate geliefert, sondern Fälschungen, die teilweise verunreinigte oder gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe enthielten.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden 31 und 37 Jahre alten Hauptbeschuldigten bereits seit Sommer 2002 mehr als 40.000 Mal Medikamente im Wert von mehr als zehn Millionen Euro geliefert haben.
Konkrete Fälle von Gesundheitsschädigungen bei Kunden seien nicht bekannt, so Oberstaatsanwalt Raimund Weyand.
Neun Prozent kaufen Medikamente onlineZwei Millionen nachgewiesen
Eindeutig nachweisen konnten die Ermittler jedoch nur rund 10.000 Fälle im Zeitraum vom Dezember 2003 bis 2004. Die 350 Seiten starke Anklageschrift lautet auf Betrug sowie Verstöße gegen das Marken- und Arzneimittelgesetz.
Die aus dem saarländischen St. Wendel stammenden Hauptbeschuldigten sitzen seit Jänner dieses Jahres in Untersuchungshaft.
Ihre 38 und 49 Jahre alten Komplizen sind unter Auflagen auf freiem Fuß. Gegen zwei andere mutmaßliche Hintermänner wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter ermittelt.
