VoIP-Leitungen sollen "gekappt" werden
Die US-Regulierungsbehörde FCC legte vor einigen Monaten fest, dass auch die Notrufnummer 911 von VoIP-Anschlüssen [Voice over IP], die mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden sind, erreichbar sein muss und Anrufer lokalisierbar sind.
Allerdings können nicht alle Anbieter dieser Verpflichtung nachkommen, weshalb sie ihre Kunden wegen der Limitierung benachrichtigen mussten.
Zwar haben die VoIP-Provider laut eigenen Angaben alle ihre rund 1,5 Mio. Kunden angeschrieben, von bis zu 100.000 kam allerdings keine Antwort.
Diesen droht nun, dass ihr Anschluss nächste Woche abgeschaltet wird - dagegen wehren sich die Provider naturgemäß und fordern einen Aufschub der Deadline.
Die FCC hatte im Mai die Anbieter dazu verpflichtet, dass per 29. November Notrufe an die Nummer 911 direkt weitergeleitet werden. Jene Nutzer, die sich auf die Info dazu nicht gemeldet haben, sollen per 29. August vom Netz genommen werden.
VoIP-Debatte nach gescheitertem NotrufSchaden für Kunden und Geschäft
Die VON Coalition, eine Vereinigung von VoIP-Providern wie AT&T und MCI, bat in einem Brief an die FCC um einen solchen Aufschub.
Sie gab an, dass das Abschalten der Anschlüsse mehr Schaden als Nutzen bringen könnte - nicht zuletzt auch für sie selber. Zudem hätten viele VoIP-Nutzer ohnedies einen Zugang zur Notrufnummer - wenn nicht, wären sie durch das Abschalten ihres VoIP-Anschlusses davon erst recht abgeschnitten.
Auch andere Anbieter sprachen sich gegen das Abschalten der Anschlüsse aus, ein kleinerer Anbieter aus Kalifornien hat dagegen auch vor Gericht Einspruch eingelegt.
