Musik-Downloads vom Internet-Provider
In Großbritannien gibt es nun das erste Breitband-Angebot, das speziell auf die Bedürfnisse von Tauschbörsen-Nutzern zugeschnitten ist.
Der britische Musik- und Internet-Provider Playlouder bietet für 27 Pfund pro Monat [etwa 39,60 Euro] eine Ein-Megabit-Leitung und legalen Zugriff auf Songs des Labels Sony/BMG.
Die Kunden dürfen die Musik dabei über den Tauschbörsen-Client ihrer Wahl - etwa BitTorrent oder eMule - in jeglichen Dateiformaten und Bitraten beziehen.
Auch das Brennen und der Transfer auf mobile Player sind erlaubt.
Das Sony-Repertoire
Sony hat unter anderem Beyonce, David Bowie, Macy Gray, Oasis,
Travis, Will Young, Outkast, Alicia Keys und Dido unter Vertrag.
Sony/BMGAnteilsmäßige Bezahlung der Labels
Damit können Internet-Nutzer erstmals ohne jegliche technische Einschränkungen auf eine Art "Musik-Flatrate", die über eine Pauschalgebühr abgegolten wird, zugreifen.
Der Tausch der Musikstücke ist laut Playlouder nur zwischen Kunden des Providers möglich, "speziell konfigurierte Router und Firewalls" sollen dafür Sorge tragen.
Den Labels verspricht Playlouder im Gegenzug, jeglichen Tauschbörsen-Traffic in das restliche Internet und umgekehrt zu blockieren. Doch gerade von der technisch versierten Zielgruppe werden solche Restriktionen sicher schnell umgangen.
Die Vergütung erfolgt leistungsbezogen, das heißt, Playlouder überwacht den Tausch zwischen seinen Kunden mit Hilfe des US-Dienstes "Audible Magic", der die getauschten Musikttitel anhand ihrer Fingerprints erkennt.
Je nachdem wie hoch der Anteil an Sony/BMG-Songs ist, bekommt das Label diesen Prozentsatz schließlich auch anteilsmäßig aus dem Lizenzgebühr-Pool ausbezahlt.
Weitere Partner gesucht
Neben BMG/Sony konnte Playlouder auch schon einige unabhängige
Labels als Partner gewinnen und hofft, weitere Major-Labels wie EMI
und Universal mit ins Boot zu holen.
PlaylouderLichtblick im Lizenz-Wirr-Warr
Die Beteiligung von Sony/BMG bei diesem Testlauf für eine Pauschalabgeltung für Musik wird als spektakulär angesehen, bleibt vorerst aber wohl ein Einzelfall.
Doch würden alle Musikkonzerne und Provider diesem Beispiel folgen, könnten Musikliebhaber auch online endlich das bekommen, was sie schon immer wollten: freien Zugang zu Musik ohne Kopierschutz bei gleichzeitiger Kompensierung der Urheber.
Und auch bei den Labels hat man aus Erfahrungen gelernt und weiß inzwischen sehr genau: Wer neue Technologien und Vertriebsmodelle verschläft, ist am Ende nur noch Zuseher.
