21.08.2005

TU BERLIN

"Denkendes" Exoskelett hilft bei Bewegung

Nach einem Schlaganfall führt der Weg ins selbstständige Leben auch im wörtlichen Sinne oft mühsam Schritt für Schritt zurück.

Informatiker der Berliner Technischen Universität haben einen Skelettroboter entwickelt, der selbst minimale Muskelimpulse aufnimmt und dem geschädigten Bein hilft, diese in Bewegung umzusetzen.

ExoSkelett nennen die Ingenieure Christian Fleischer und Andreas Wege ihre so genannte intelligente Orthese, die das noch vorhandene Körperteil umschließt und "vorausschauend" bei seiner Bewegung unterstützt.

"Mit Sensoren können wir noch vorhandene Muskelspannungen wahrnehmen und auf ein Menschenmodell im Computer übertragen. Der transportiert dann die gewünschte Bewegung - wie Beugung oder Streckung der Oberschenkelmuskeln - auf die Mechanik und Motoren des ExoSkeletts zurück und führt die gewünschte Bewegung aus", berichtet der Technische Informatiker Fleischer, der unter der Leitung von Prof. Günter Hommel an seiner Idee arbeitet.

Auch für die Wirtschaft

"Wir hoffen sehr, dass wir bald die ersten Orthesen an Patienten, die einen Schlaganfall hatten oder aus anderen Gründen lange bettlägerig waren, testen können", so Fleischer. Das Gerät könne dann während der Rehabilitation auch ohne ständige Anwesenheit eines Therapeuten den Wiederaufbau der Muskeln trainieren.

Selbst an einer Lösung für Querschnittsgelähmte, die keinerlei Muskelimpulse mehr geben können, wird an der TU gearbeitet. Dabei gehe es darum, theoretische Schrittbewegungen so exakt in Einzelimpulse aufzusplitten, dass sie mit Hilfe der computergesteuerten Orthese schließlich ganz ohne Zutun ihres Trägers ausgeführt werden könnten, beschreibt Fleischer.

Mögliche Einsatzbereiche für ihre ExoSkelette sehen die Berliner auch in der Wirtschaft. "Etwa wenn in Produktionsprozessen schwere Lasten gehoben werden müssen, können Arbeiter in solche Orthesen schlüpfen, die ihnen die Tragelast erleichtern."