20.08.2005

CHRISTOPH LEITL

Regulator soll über Masten entscheiden

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl will den Streit über die niederösterreichische Handymastensteuer mit einer Aufwertung des Telekomregulators schlichten.

Dieser solle gemeinsam mit den Betreibern an einem Runden Tisch klären, wo Masten errichtet werden dürfen: "Regulieren soll der Regulator und nicht eine neue Steuer", meinte der Kammerpräsident am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal".

Denn die Abgabe an sich hält Leitl unverändert für einen "Unsinn".

Der WKÖ-Präsident nimmt Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll [ÖVP] und dessen Argument, dass die Masten das Landschaftsbild stören, nach eigenen Angaben durchaus ernst. Schließlich sei Österreich ein Tourismusland und auch ihm gefielen die Masten "nicht sehr gut", sagte Leitl.

Gutachten kritisiert Steuer

Die niederösterreichische Handymastensteuer soll ab 2006 eingehoben werden und die Zahl der Handymasten eindämmen.

Die Telekom-Branche dagegen sieht in der Abgabe allerdings eine reine Geldbeschaffungsaktion. Pro Sendeanlage müssen Mobilfunkbetreiber in Niederösterreich künftig bis zu 21.000 Euro im Jahr zahlen.

Schon Ende Juli kam ein technisch-wirtschaftliches Gutachten der Regulationsbehörde RTR zu dem Ergebnis, dass die Handymastensteuer die technische Machbarkeit ignoriert, die Ziele der "Lenkungs"-Steuer konterkariert und zu falschen Resultaten führt.

Zudem berge die Steuer Nachteile für Konsumenten, Unternehmen, die Mobilfunkversorgung und den Wettbewerb und verschlechtere die Standortattraktivität Österreichs.