Japan will 3-D-Fernsehen zum "Anfassen"
Beim Projekt "Virtual Reality"-TV geht es nicht nur darum, den Zuschauern dreidimensionale High-Definition-Bilder zu liefern: Zusätzlich sollen diese auch mit Gerüchen versorgt werden und die Möglichkeit erhalten, bestimmte Objekte "anzugreifen".
Verschiedenste Firmen und Forschungseinrichtungen rund um die Welt haben schon umfangreiche 3-D-Anwendungen entwickelt. Die größte Herausforderung an dem Projekt ist laut Yoshiaki Takeuchi, Direktor für Forschung und Entwicklung des japanischen Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation, die Entwicklung von Technologien, die Geruch und Berührung ermöglichen.
Für Takeuchi sei es dabei durchaus vorstellbar, künftig ein Fußballspiel per TV so mitzuerleben, dass man Stadionluft schnuppern und dem Torschützenkönig auf die virtuelle Schulter klopfen kann.
Auf der Weltausstellung in Japan ist das laut Herstellerangaben derzeit größte 3-D-Display zu sehen. Die 180 Zoll große Projektionswand ist 4,4 Meter breit und 2,25 Meter hoch und soll gleichzeitig vielen Betrachtern einen räumlichen Eindruck bieten, bei dem die Gegenstände scheinbar im Raume zu schweben scheinen, ohne dass sie dafür Hilfsmittel wie etwa eine Brille benötigen.
Angeblich größtes 3-D-Display in JapanBreite Anwendungsmöglichkeien
Die Wissenschaftler experimentieren dabei mit Ultraschall, elektrischer Stimulation und Luftdruck als mögliche Stimulatoren für den Tastsinn.
Ein solcher Fernseher hätte breite Anwendungsmöglichkeiten zu bieten: So könnten Zuseher etwa ein Produkt, das sie bei einem Home-Shopping-Kanal kaufen möchten, vorher "angreifen". Auch in der Medizin sehen die Forscher Möglichkeiten, wie etwa simulierte Operationen an 3-D-Bildern.
"Virtual Reality"-TV ist Teil eines größeren nationalen Projekts, in dem Japan "universelle Kommunikation" fördern will, also Technologien, die einen von Sprache und Ort unabhängigen Informationsaustausch ermöglichen.
Bis Ende des Jahres sollen im Rahmen dieses Projekts bereits fortgeschrittene Suchmaschinen-Anwendungen und Sprachübersetzung vorgestellt werden. 2006 stellt Japan neun Millionen Dollar für die Entwicklung des 3-D-Fernsehens zur Verfügung.
E-Mails mit Geruch
Der britische Provider Telewest Broadband will seinen Kunden
demnächst ermöglichen, E-Mails auch beschnuppern zu können. Telewest
hat eine Art High-Tech-Lufterfrischer namens "Scent Dome"
entwickelt, der an den PC angeschlossen wird und den Nachrichten
entsprechende Gerüche ausströmen soll.
Gerüche aus der Mailbox
