Deutschland soll wurmsicher werden
"Wir müssen uns auf eine Bedrohung neuer Qualität einrichten", warnte Schily am Donnerstag und kündigte umfassende Schritte an, um die Sicherheit der Datenverarbeitung in Verwaltungen, Unternehmen und bei den Verbrauchern zu verbessern.
Die Regierung reagiere damit auf die in den vergangenen Monaten deutlich gestiegene Gefährdungslage durch Viren, Würmer und Trojaner.
Als besonders beunruhigend bezeichnete es Schily, dass sich die Ziele der Entwickler von Computerviren verändert hätten. Die Absicht, einfach Chaos anzurichten, werde von Motiven krimineller Art abgelöst.
Zombie-Armeen für Attacken rekrutiertDas Krisenreaktionszentrum
Schily verwies darauf, dass drei Viertel der kritischen Computerinfrastruktur in privatwirtschaftlicher Hand seien, das Engagement vieler Unternehmer gebe jedoch Anlass zur Sorge. Man sei erst bereit, etwas für die Sicherheit zu tun, nachdem es einen Vorfall gegeben habe.
Schily kündigte an, ein Krisenreaktionszentrum des Bundes beim BSI einzurichten, das jederzeit über ein verlässliches Bild der aktuellen Sicherheitslage der Informationstechnik in Deutschland verfüge.
Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar erklärte, ein wirksamer Schutz der Informationsinfrastruktur sei Voraussetzung für einen effektiven Datenschutz. Zur Prävention gehöre allerdings auch ein sparsamer Umgang mit personenbezogenen Daten.
