Der ferngesteuerte Gamer
Ferngesteuerte Menschen klingen zwar wie eine beklemmende Utopie, doch japanische Forscher haben das nun durch elektrische Stimulation des vestibulären Systems [verantwortlich für das Gleichgewicht] demonstriert.
Knapp unter dem Ohr sitzende Elektroden lassen den angeschlossenen Menschen in die Richtung marschieren, die der Fernsteuerer vorgibt.
Die Forscher haben dabei eine Anwendung im Spielebereich im Sinn. Um Rennspiele realistischer zu machen, könnte man den Spieler etwa die Fliehkraft in engen Kurven spüren lassen.
Auch Flugsimulatoren könnten lebensnäher dargestellt werden.
Die Technik bezeichnet man als Galvanic Vestibular Stimulation [GVS]. Die Methode ist seit Jahrzehnten bekannt, doch bekommt sie erst in jüngster Zeit wieder mehr Aufmerksamkeit.
Video-Demo der Fernsteuerung [acht MB]Das Fernsteuer-Set der Wissenschaftler von Nippon Telegraph and Telephone [NTT] besteht aus einer Art Headset für die Zielperson und einer Fernsteuerung, wie sie auch bei ferngesteuerten Autos zum Einsatz kommt.
Die Person wird dabei erst absichtlich aus dem Gleichgewicht gebracht und geht so automatisch in die gewünschte Richtung, um die eigene Balance wiederherzustellen.
