Pornografie als Datenschutzmotor
Schon in der Vergangenheit hat sich immer wieder der Einfluss der Sex-Branche auf die Verbreitung neuer Technologien gezeigt.
Porno-Kunden zählten zu den ersten Käufern von Videorecordern, DVD-Playern und auch Breitband-Internet. Denn diese Medien sind genau auf die Bedürfnisse der Sex-Käufer zugeschnitten, die ihre Produkte vorzugsweise ungestört in privatem Rahmen konsumieren.
In Zukunft wird die Pornoindustrie vor allem richtungsweisend in puncto Schutz der Privatssphäre im Internet sein, ist Annalee Newitz von der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation [EFF] überzeugt.
Vor allem in Ländern wie dem Iran und China haben etwa Regimekritiker ohne Hilfestellung durch Anonymisierungstools keine Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung im Internet.
Electronic Frontier FoundationBei Aktivitäten im Internet fühlen sich viele Benutzer zwar anonym, das ist jedoch trügerisch.
Ohne Schutzmaßnahmen erfährt die Gegenseite bei der Kommunikation die IP-Adresse des Benutzers und kann über diese ermitteln, welcher Provider benutzt wird und aus welchem Land dieser - und somit meist auch der Nutzer - stammt.
Mittels Nachfrage beim Provider kann zudem der IP-Adresse die Person, die für den Anschluss registriert ist, zugeordnet werden - in Österreich ist das jedoch nur in Fällen von Rechtsverstößen möglich.
Diverse im Internet frei nutzbare Tools ermöglichen schon jetzt das anonyme Surfen im Internet und auch die unerkannte E-Mail-Kommunikation.
Mit "Tor" entwickelt das Freehaven-Projekt ein anoymisierendes Overlay-Netzwerk für TCP. Auf TCP basierende Verbindungen wie Web-Browsing, Instant Messaging, IRC, SSH, E-Mail, P2P können so via Onion Routing anonymisiert werden.
Das Tor-Projekt
