Britischer Tauchroboter als Lebensretter
Der britische Tauchroboter "Scorpio 45" hat am Sonntag sieben russischen Seeleuten das Leben gerettet, die seit drei Tagen mit ihrem U-Boot im Pazifik festsaßen, das sich in Kabeln und Seilen verfangen hatte.
Nachdem russische Rettungskräfte Tage gebraucht hatten, gelang dem Roboter die Rettung innerhalb weniger Stunden. "Scorpio 45" ist bei Bedarf binnen zwölf Stunden einsatzbereit und kann weltweit betrieben werden.
Der Tauchroboter ist 2,75 Meter lang und 1,8 Meter hoch. Er wiegt 1,4 Tonnen und ist mit drei Kameras, einem Sonar-, Radar- und Tiefenmesssystem ausgestattet. An Bord hat er im Normalfall auch Sauerstoffkerzen und Medikamente.
Außerdem kann er mit einem Unterwassertelefon ausgestattet werden, damit die Retter mit eingeschlossenen Seeleuten Kontakt aufnehmen können.
Die Sägevorrichtungen des "Scorpio 45" schneiden bis zu sieben Zentimeter dicke Stahlkabel.
Für die Besatzung des russischen Klein-U-Boots kam die Rettung in allerletzter Sekunde. Die Luftvorräte an Bord waren bereits extrem knapp.
Mehr dazu in news.ORF.atBis 925 Meter Tiefe
Sechs Leute bedienen den Roboter, der an einem Kabel hängt und damit bis auf 925 Meter abgesenkt werden kann.
"Scorpio 45" ist so gebaut, dass er sich per Flugzeug transportieren lässt - am Freitag brachten ihn 29 Mann in die russische Küstenstadt Petropawlowsk auf der Halbinsel Kamtschatka und von dort weiter an die Unglücksstelle.
Der Roboter gehört zum Unterwasserrettungsdienst der königlich britischen Marine und damit dem Verteidigungsministerium. Er steht normalerweise in der Nähe der schottischen Stadt Glasgow und braucht zwölf Stunden Vorlauf, um einsatzbereit zu sein.
"Scorpio 45" war im Jahr 2000 auch bei den Bergungsversuchen des Atom-U-Boots "Kursk" vor Ort, erhielt damals jedoch keine Einsatzgenehmigung.
"Deep Sea Crawler" heißt ein neuer, per Internet gesteuerter Roboter, der Wissenschaftlern in Zukunft bei der Erforschung der Tiefsee helfen soll. Die International University Bremen [IUB] stellte einen Prototypen vor, der über ein Glasfaserkabel Messdaten und Videobilder aus bis zu 6.000 Metern Wassertiefe ins Netz übertragen soll.
Ein roboter taucht abRoboter als Katastrophenhelfer
Roboter finden immer öfter Einsatz bei Bergungsarbeiten. Die japanische Firma Tmsuk hat im vergangenen Jahr einen dreieinhalb Meter großen Roboter vorgestellt, der nach Naturkatastrophen den Weg für Helfer "freischaufeln" soll.
Im Wasser werden die Bots aber auch gerne zu Forschungszwecken eingesetzt: Ein Tauchroboter soll im kommenden Jahr etwa unter die Schelfeiskante der Antarktis fahren. Bisher gilt die Unterwasserwelt vor dem sechsten Kontinent als unerreichbar.
