Wiener Linien starten Videoüberwachung
Seit Samstag gegen 5.00 Uhr läuft die Videoüberwachung in Wiens öffentlichen Verkehrsmitteln.
Dabei halten die Wiener Linien den Datenschutz hoch: "Das ist kein Selbstbedienungsladen - auch nicht für die Polizei", unterstrich deren Sprecher Karlheinz Klausner. Um Aufnahmen einzusehen, müsse ein richterlicher Beschluss erwirkt werden.
Die aufgezeichneten Bilder werden auf einer Computerfestplatte verschlüsselt gespeichert.
Sollte ein Fahrgast kriminelle Handlungen melden wollen, muss er sich deshalb direkt an die Polizei wenden. Bis zum frühen Nachmittag habe man allerdings noch nichts Illegales gefilmt, meinte Klausner.
Straßenbahn-Garnituren wechseln Linien
Die U3 werde wohl auch in den kommenden Tagen die U-Bahn-Linie
bleiben, auf der die neuen "Video-Wagen" mit den kleinen Kameras
eingesetzt werden. "Bei den Straßenbahnen könnte es schon wieder
anders ausschauen", meinte Klausner. Welche Linien aber am Sonntag
anstatt der 6 und der 18 observiert werden könnten, ließe sich aber
jetzt noch nicht sagen.
Mehr dazu in oesterreich.ORF.atNach 48 Stunden überspielt
Er warnte aber vor allzu hohen Erwartungen an das neue System, das nun in einjährigem Probebetrieb getestet wird. Hoffe jemand auf eine Videoauswertung, weil ihm seine Börse gestohlen wurde, müsse man klar sagen: "Das wird sicher nicht gehen." Dafür sei der Aufwand schlichtweg zu groß.
Anders sehe die Lage bei Vandalismusakten oder Gewalthandlungen aus, "das ist natürlich ein Auswertegrund", so Klausner.
Deshalb ist immer einer der beiden Wiener-Linien-Mitarbeiter in Rufbereitschaft, die als einzige das Recht haben, die aufgezeichneten Daten zu sichten.
Dies muss bei einem Vorfall innerhalb von 48 Stunden passieren, da ansonsten automatisch die jeweils ältesten Aufnahmen vom System gelöscht werden.
