05.08.2005

FUSION

T-Mobile hat tele.ring noch nicht im Sack

Der Verkauf von tele.ring an die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile für 1,3 Mrd. Euro soll bis spätestens Montag vertraglich fixiert werden.

T-Mobile hat unterdessen eine für Freitag angesetzte Pressekonferenz zum Verkauf auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Man wolle die Vertragsunterzeichnung abwarten und könne erst danach die Öffentlichkeit über die Details informieren, hieß es.

Das könnte darauf hinweisen, dass die Verhandlungen mit der tele.ring-Mutter Western Wireless doch nicht ohne Probleme über die Bühne gehen.

Die Verträge zur Übernahme stehen jedoch laut T-Mobile-Austria-Chef Georg Pölzl "kurz vor der Unterzeichnung".

Reaktionen der Konkurrenz

Die Konkurrenz auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt blickt der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile gelassen entgegen. Marktführer mobilkom austria, zu dem T-Mobile mit der Akquisition aufschließt, sieht ohnehin nur drei Mobilfunkanbieter mit eigenem Handynetz auf dem österreichischen Markt.

"Langfristig wird das auch der Fall sein. Um auf dem Markt zu bestehen, braucht man eine gewisse Größe", sagte mobilkom-Marketing-Chef Hannes Ametsreiter am Freitag.

Der drittgrößte heimische Mobilfunkanbieter One, der gegenüber der Nummer zwei T-Mobile durch die Fusion deutlich an Boden verliert, will sich "die Fusion rechtlich noch ansehen". Alles deute auf eine mit Deutschland vergleichbare Marktaufteilung mit zwei dominanten großen Playern hin. "Das könnte zu Bedenken führen", meinte One-Chef Jorgen Bang-Jensen.

Keine Sorge, von den beiden großen Mobilfunkanbietern des Landes erdrückt zu werden, hat auch der nach der Fusion T-Mobile/tele.ring künftig viertgrößte heimische Mobilfunkanbieter Hutchison ["3"].

Kein ägyptisches Angebot

Der ägyptische Unternehmer Nagib Sawiris, der im Übernahmepoker um das Mobilfunkunternehmen tele.ring als Konkurrent von T-Mobile gehandelt worden war, hat sein Interesse an tele.ring dementiert.

"Wir haben uns nie dafür interessiert und auch mit niemandem verhandelt, das war eine Falschmeldung", erklärten die Sprecher seines Firmenimperiums Orascom, Sabrin Hossami und Daniel Breitbach, laut Freitag-Ausgabe des "Standard".

Sawiris, der erst vor wenigen Wochen den italienischen Mobilfunkanbieter Wind gekauft hatte, war an den beiden Vortagen als "weißer Ritter" gehandelt worden, der tele.ring in letzter Minute mit einem Gegenoffert vor einer Übernahme durch T-Mobile hätte retten sollen.